Lesechallenges · Literatur

Mein Jahr 2017 in Büchern

Schon wieder ist ein Jahr zu Ende und wenn ich auf meine gelesenen Bücher in diesem Jahr zurückschaue, dann sind das nicht so viele, wie ich mir Anfang des Jahres erhofft hatte. Zu Mal ich manche davon nicht ganz freiwillig für mein Studium gelesen habe. Mein mentaler und physischer Stapel ungelesener Bücher ist dafür stetig gewachsen und ich ertappe mich dabei, zu hoffen, dass ich 2018 wieder mehr zum Lesen komme.

Wenn ich auf mein Lesejahr 2017 zurückblicke, kann ich ein paar Veränderungen und Highlights in meinem Leseverhalten nicht unerwähnt lassen:

Rezensionsexemplare

Zum ersten Mal habe ich mich in diesem Jahr an Rezensionsexemplare herangetraut. Bisher hatte ich mich zurückgehalten, da ich mir einerseits keine großen Chancen ausrechnete und andererseits nicht die Verpflichtung eingehen wollte, eine Rezension schreiben zu müssen. Doch im Mai gab ich mir endlich einen Ruck und mit seitdem Mitglied des Bloggerportals von Randomhouse. Mir hat gefallen, dass ich nur einmal meine Daten hinterlegen muss und neue Bücher über einen einfachen Klick anfragen kann. Meine Erfahrungen waren durchweg positiv (auch wenn ich natürlich nicht alle Bücher bekommen habe, die ich mir erhofft hatte) und ich werde die Plattform sicher auch im nächsten Jahr weiter nutzen.
Bis Oktober hatte ich sogar so viel Mut angesammelt, dass ich bei der Frankfurter Buchmesse persönlich am Stand von Ullstein vorsichtig angefragt habe, ob denn generell die Möglichkeit bestehe, Rezensionsexemplare zu erhalten. Ohne allzu große Hoffnung ließ ich meine Herzenswünsche da und konnte mich tatsächlich einige Zeit später über Buchpost freuen.
Hiermit möchte ich mich nochmals bei den Verlagen der Randomhouse-Gruppe und bei Ullstein für die zugesandten Rezensionsexemplare bedanken.

Rezensionsexemplare, die mir 2017 zugesandt wurden
Die Baker Street Bookworms

Ebenfalls zum ersten Mal in meinem Leben bin ich einem Buchclub beigetreten: Den Baker Street Bookworms! Die Autorin Adriana Popescu hat diesen Buchclub im Sommer ins Leben gerufen und ich war von Anfang an dabei. Jeden Leseabschnitt aufs Neue bin ich von der Bücherwahl begeistert, was nicht zuletzt daran liegt, dass wir Leser rege mitbestimmen dürfen.
Im August war ich mit Matt Haigs How to Stop Time und Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness gut dabei. Von September bis November hat mich der Unistress eingeholt und ich musste leider aussetzen. Doch Der Glasmurmelsammler von Cecelia Ahern und Reasons to Stay Alive von Matt Haig stehen seitdem trotzdem in meinem Bücherregal. Diesen Monat kam ich endlich dazu, mit Reasons to Stay Alive zu beginnen und wie gefühlt jeder deutsche Buchblogger in meiner Twittertimeline habe ich mich von der Weihnachtsgeschichte A Boy Called Christmas, ebenfalls von Matt Haig, verzaubern lassen. George Orwells 1984 war mein eigener Vorschlag, der es dieses Mal in die Leserunde geschafft hat und begleitet mich in meinem Silvesterurlaub.

Neu entdeckt: Matt Haig

Ein Name, der bei den Baker Street Bookworms immer wieder auftaucht ist Matt Haig. Und das mit Recht! Ich persönlich hatte von dem britischen Autor vor Erscheinen seines neusten Romans How to Stop Time noch nie gehört. Doch ich habe mich sofort in seinen Schreibstil verliebt und immer mehr seiner Werke sind auf meine Bücherwunschliste gewandert. Egal, ob ein Kinderbuch wie A Boy Called Christmas oder sein autobiografischer Text Reasons to Stay Alive, in dem er von seiner Depression berichtet, bisher konnten mich seine Worte immer berühren. Langsam aber sicher entwickelt sich Matt Haig zu meinem Lieblingsautor.

Das waren meine Bücher 2017
    1. Jessie Burton: The Miniaturist
    2. Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen Dinge
    3. Franz Kafka: Die Verwandlung
    4. Ulrich von Liechtenstein: Frauendienst
    5. William Shakespeare: Romeo und Julia
    6. Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch
    7. Dan Vyleta: Smoke
    8. Hermann Hesse: Unterm Rad
    9. F. Scott Fitzgerald: Der seltsame Fall des Benjamin Button
    10. Andrea Cremer und David Levithan: Was andere Menschen Liebe nennen
    11. Zelda Fitzgerald: Ein Walzer für mich
    12. J.P. Monninger: Liebe findet uns
    13. Dave Eggers: Der Circle
    14. Matt Haig: How to Stop Time
    15. Patrick Ness: Sieben Minuten nach Mitternacht
    16. Historia von D. Johann Fausten
    17. Elias Canetti: Die gerettete Zunge
    18. Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
    19. Sibylle Lewitscharoff: Apostoloff
    20. Mark Haddon: The Curious Incident of the Dog in the Night-Time
    21. Thomas Mann: Der Tod in Venedig
    22. Marc-Uwe Kling: QualityLand
    23. Heinrich von Kleist: Die Verlobung in St. Domingo
    24. (Matt Haig: Reasons to Stay Alive) [begonnen]
    25. Matt Haig: A Boy Called Christmas
    26. (George Orwell: 1984) [begonnen]

2017 Reading Challenge

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Hörbücher
  1. James Bowen: Bob und wie er die Welt sieht
  2. James Graham: High Rise
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Allgemein · Buchrezension · Literatur

Marc-Uwe Kling: QualityLand

In der Zukunft ist alles besser, nein sogar am besten! Denn QualityLand ist das Land der Superlative. Algorithmen und Maschinen unterstützen die Menschen in jeder Hinsicht: beim Arbeiten, Einkaufen, Freizeitgestaltung und bei der Partnersuche. Und da Maschinen keine Fehler machen, ist das die perfekteste Welt. Für Peter Arbeitsloser ist diese Welt nicht ganz so perfekt, immer wieder wird er auf die negativen Aspekte dieser vollkommen digitalisierten Welt gestoßen. Als er dann auch noch ein Produkt erhält, das er nicht will, nur weil es angeblich seinem Profil entspricht, merkt er: Irgendetwas läuft in QualityLand gründlich schief.

Die zwei Editionen

In QualityLand ist alles an das persönliche Profil angepasst: Die Werbung, die einem gezeigt wird, aber auch die Nachrichten, über die man informiert wird, die Produkte, die einem automatisch zugesandt werden und der perfekte Lebenspartner sowieso. Die zwei Editionen spiegeln das wieder: Die helle Edition für Optimisten, die dunkle Edition für Apokalyptiker. Keine Sorge, die Handlung ist in beiden Ausgaben die gleiche! Lediglich Reisetipps, Nachrichten und Werbeanzeigen, die zwischen den Kapiteln eingestreut sind, unterscheiden sich. Für Neugierige gibt es im Buch einen Link, um die abweichenden Seiten der anderen Ausgabe ebenfalls anschauen zu können.

Meine Gedanken

Zukunftsszenarien, die in einer digitalisierten und kontrollierten Welt spielen, sind nicht neu. Neu ist jedoch Klings Ton, in dem er sein Zukunftsszenario erzählt. Er beschreibt sehr humorvolle Alltagsszenarien, die mir als Leserin sehr viel Spaß gemacht haben. Meine Lieblingsidee sind Werke der Weltliteratur, die etwas positiver ausfallen als wir sie kennen: Wer würde nicht lieber Die Freuden des jungen Werther lesen? Die Vorstellung, wie die Bewohner von QualityLand ihr QualityTab („das beste Tablet!“) küssen, um Transaktionen zu bestätigen und ohne ihr Tab völlig hilflos sind, ist im ersten Moment so absurd, dass sie erheitert statt bedrohlich zu wirken. Erst beim Darübernachdenken fällt auf, welche Aussagen über unsere eigenen Angewohnheiten dahinter stecken.

Die Gesellschaft in QualityLand ist in Level unterteilt, die den sozialen und finanziellen Status der Personen repräsentieren sollen. Peter Arbeitsloser ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem niedrigen Status, für ihn muss nicht immer alles neu und perfekt sein. Eigentlich möchte er hauptsächlich in Ruhe sein Leben leben. Doch als er sich aufgrund einer Lieferung unfair behandelt fühlt, zieht er einen Michael Kohlhaas-ähnlichen Kampf gegen die Regeln einer Welt, die außer ihm niemand zu hinterfragen scheint. Mir gefällt, dass Peter kein Held ist, der auszieht, um das System zu stürzen. Er ist ein bodenständiger Mann, der sein ganz persönliches und im ersten Moment banal wirkendes Anliegen durchsetzen möchte. In seiner Bescheidenheit und Gerechtigkeitsliebe ist er sowohl sympahtisch, als auch realitätsnah.

Der Plot dreht sich nicht nur um Peter und seinen Kampf, sondern auch eine Präsidentschaftswahl steht im Zentrum der Handlung. Hier liegt für mich der stärkste Gedanke des Romans. Denn der Wahlkampf läuft am Ende auf eine Frage hinaus: Mensch oder Maschine? Für QualityLand gibt es zwei Präsidentschaftskandidaten. Auf der einen Seite ein Androide, der die Defizite des Landes analysieren und in minutenschnelle die perfekte Lösung ermitteln kann. Auf der anderen Seite ein machthungriger Erfolgsunternehmer mit starken rassistischen Tendenzen, der Berichte über seine Aussagen von letzter Woche gerne als Fake News verurteilt. Die Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind ziemlich sicher nicht rein zufällig. Es gibt genug Horrorszenarien in Science-Fiction Filmen, in denen sich eine künstliche Intelligenz gegen die Menschheit richtet, um eine gewissen Skepsis zu schüren, ob es denn schlau wäre, einem Androiden die Macht eines Präsidenten zu geben. Und doch fragt man sich als Leser unwillkürlich, welcher der beiden Kandidaten die schlechtere Alternative wäre.

Meine Empfehlung

Kling schafft es Entwicklungen der Gesellschaft, insbesondere in Bezug auf die Digitalisierung, derart ins Groteske zu steigern, dass ein Zukunftsszenario entsteht, das auf humorvolle Art bestens unterhält und doch zum Nachdenken anregt. QualityLand kann ich jedem empfehlen, der das Gedankenspiel „wo führt uns die Digitalisierung noch hin“ mitmachen möchte, ohne sich von düsteren Horroszenarien gruseln zu lassen.

Vielen Dank an die Ullstein Buchverlage für das kostenlose Rezensionsexemplar.


Verlag: Ullstein Buchverlage | ISBN helle Edition: 9783550050237 | ISBN dunkle Edition: 9783550050152 | Format: Hardcover | Seitenzahl: 384 | Quelle Coverbild: Webseite des Verlags

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Literatur · Orte

Ein Tag im Bücherhimmel mit großen Enttäuschungen | Mein erster Besuch der Frankfurter Buchmesse

Seit ich lesen kann bin ich ein Bücherwurm, seit ich verstanden habe, wie Bücher entstehen, träume ich von einem Beruf in der Verlagsbranche, weshalb ich nun seit vier Jahren Germanistik beziehungsweise Literaturwissenschaft studiere, und seit ebenfalls vier Jahren blogge ich über Bücher. Kaum zu glauben, dass ich es zuvor noch nie auf die Frankfurter Buchmesse geschafft habe, oder? Tatsächlich kam mir zu Schulzeiten meine Unsicherheit in großen Menschenmengen und in den letzten Zeiten das Studium in die Quere. Doch dieses Jahr war es so weit: ich konnte endlich in das Mekka der deutschen Verlagsbranche fahren! In all den Jahren, in denen ich die Messe verpasst habe, wurde sie in meinem Kopf zu einem Art Bücherhimmel und die allgemeine Vorfreude der messeerfahrenen Buchblogger auf Twitter tat ihr übrigens, dass ich einen Tag voller Bücher, Autorenmeetings und Glückseligkeit erwartete.
Ich hatte mich entschieden, erstmal nur für einen Tag hinzufahren, um es nicht gleich zu übertreiben. Ganz einfach machte ich es mir dennoch nicht, denn anstatt mit einer Freundin zu zweit hinzufahren, habe ich kurzerhand eine Exkursion für internationale Studierende der Universität Stuttgart auf die Beine gestellt. Das hieß natürlich doppelte Organisation, zeitlich genaue Planung, Verantwortung und Stress im Vorfeld, aber ich habe es keine Sekunde bereut. Schon gar nicht, als sich ein paar der Studierenden am Ende mit strahlenden Gesichtern für den tollen Ausflug bedankt haben. Was gibt es schöneres als kollektiv glückliche Bücherfans?

Bücherhimmel

Die Frankfurter Buchmesse ist ein Paradies für Bücherfans, keine Frage. Cover bewundern, neue Titel entdecken, Lieblingsbücher anderen empfehlen und in einer Ecke einfach mal paar Seiten zu lesen – all das macht die Buchmesse zum perfekten Ort, sich mit anderen über Bücher auszutauschen und die Bücher-Wunschliste rapide ansteigen zu lassen. Ganz besonders hat mir gefallen, wie die Bücher teilweise in Szene gesetzt und die Stände gestaltet wurden. Egal ob der Baum aus Papier bei Bastei Lübbe, die riesige Eule bei Ullstein oder Bücherlampen bei Piper – die Verlage hatten sehr viele kreative Ideen.

Signierstunden

Besonders aufgeregt war ich vor der Buchmesse wegen drei Autoren: Cecelia Ahern, Cassandra Clare und Nicholas Sparks.
Cecelia Ahern war gleich morgens um 10 Uhr dran und bis ich meine Reisegruppe zur Messe belgeitet und mit letzten Infos und ihren Tickets ausgestattet hatte, durch die Taschenkontrolle war und den Stand gefunden hatte, war ich leider zu spät dran, die Schlange war bereits geschlossen. Das hat dem Start des Tages einen kleinen Dämpfer verpasst, aber es war schließlich mein eigenes Pech und im Vorbeigehen konnte ich zumindest einen Blick auf sie erhaschen.

Nicholas Sparks und Cassandra Clare waren beide am frühen Nachmittag auf der Open Stage und anschließend nebenan im Signierzelt. Obwohl beide Signierstunden nacheinander an genau dem gleichen Ort stattfanden war schnell klar, dass man unmöglich beide besuchen kann. Meine Freundin und ich haben uns für Nicholas Sparks entschieden, standen über 1,5 Stunden in der Schlange und wurden dann weg geschickt, weil er gegangen war. So ging es nicht nur uns, sondern hunderten von anderen Fans. Das ist schade, frustrierend und vor allem unnötig. Die netten Mitarbeiterinnen, die zwischendurch die Schlange abgelaufen sind, um Cassandra Clare Fans in die richtige Schlange zu schicken, hätten die Schlange an einem Punkt schließen können und jene Fans schon früher wegschicken, die sowieso nicht mehr dran gekommen wären. Dann hätte man sich in der Zeit wenigstens wieder ins Getümmel in den Hallen stürzen können.

Blieben leider unsigniert

 

Ich war noch nie bei einer solchen Signierstunde, mir fehlte schlichtweg die Erfahrung, einschätzen zu können, ob es sich weiter lohnt, anzustehen. Allerdings viel selbst mir auf, dass es seltsam war, dass wir während der einstündigen Signierstunde gerade mal um die 5 Meter vor gerückt sind. Sicher gab es wieder der ein oder anderen Drängler. Doch als ich mir dann paar Tage später auf Twitter ansehen musste, dass jemand 12 (!) ihrer Bücher von Nicholas Sparks an diesem Tag hatte signieren lassen, hatte ich noch eine Erklärung (denn die betreffende Person war sicher nicht die einzige). Ist es nötig, in jedem einzelnen Buch die Unterschrift des Autors zu haben und damit anderen die Chance auf ein einziges Autogramm zu nehmen? Und warum wird von den Organisatoren die Anzahl der zu signierenden Bücher nicht auf ein oder zwei beschränkt? Dieses Erlebnis frustriert mich selbst noch im Nachhinein, denn dass ich Nicholas Sparks nicht treffen konnte weder Pech noch ein Verschulden meinerseits, sondern schlichtweg schlechte Organisation und der Egoismus anderer.

Networking

Die Buchmesse ist ein Ort, an dem Vertreter zweier Bereiche, in die ich gerne weiter eindringen würde, versammelt sind: Verlage und Buchblogger.

Derzeit bewerbe ich mich bei verschiedenen Verlagen für Praktikumsstellen im Lektorat. Während ich mich im Internet schon ausführlich informiert habe, waren teilweise noch Fragen offen. Mir war klar, dass an den Infoständen nicht unbedingt Mitarbeiter des Lektorats und sicher nicht der Personalabteilung standen, die mir meine Fragen ausführlich beantworten könnten. Doch meine Fragen wurden teilweise nicht einmal vollständig angehört, bevor ich brüsk auf die Webseite verwiesen wurde. Im Endeffekt bin ich so schlau wie vorher und da hatte ich mir dann doch mehr erhofft.

Obwohl ich seit mittlerweile knapp vier Jahren blogge, bin ich in die Szene kaum integriert. Zunächst war Tumblr die völlig falsche Plattform für mich, doch auch seit meinem Umzug zu WordPress vor einem Jahr und intensivere Nutzung von Twitter, habe ich zwar einen besseren Überblick über die Buchbloggerszene, aber noch keine persönlichen Beziehungen aufgebaut. Wie wenig integriert ich bin führte mit die Messe deutlich vor Augen. Denn während sich die ganze Szene freute, Freunde wiederzusehen oder Twitterbekanntschaften endlich im echten Leben zu treffen, fühlte ich mich außen vor. Am Samstag war außerdem viel zu viel los, um jemandem zufällig in die Arme zu laufen und meine Freundin wollte ich auch nicht alleine stehen lassen, um zum Bloggertreffen zu gehen. Bei zukünftigen Messebesuchen will ich mir definitiv mehr Zeit und Möglichkeiten einräumen, andere Blogger zu treffen und bis dahin an meiner Vernetzung arbeiten.

Kreative Highlights

Manche Stände hatten kreative Einfälle, wie die Besucher schöne Erinnerungen an die Messe mitnehmen können. Bei Thalia zum Beispiel konnte man sich vor einem Bluescreen fotografieren lassen und das eigene Bild mit schönem Hintergrund auf ein Lesezeichen drucken lassen. Und Lesezeichen kann ein Bücherwurm bekanntlich nicht genug haben. Wer die Chance auf der Messe verpasst hat kann sich übrigens online sein Lesezeichen erstellen.

Mein persönliches Highlight war das Live Handlettering von Katja Haas. Handlettering ist zur Zeit ein Mega-Trend und entsprechende Bücher wurden auch auf der Messe vielfach angepriesen. Doch wer wie ich noch lange von der Perfektion des Handlettering entfernt ist, konnte sich von Katja Haas seinen Namen oder einen kleinen Spruch lettern lassen.

Wissenschaft & Bildung – Pop-up Campus

Halle 4.2 bot nicht nur eine Erholung von den Menschenmassen, sondern auch Hilfestellungen für das Studium und den Berufsstart. Ich habe mir einen Vortrag zum Thema Karrierestart nach dem Studium von Doris Brenner angehört und obwohl viele ihrer Tipps keine Erleuchtung waren, finde ich es hilfreich, jetzt eine Liste mit Dos und Don’ts zur Hand zu haben, auf die ich bei Berufsstart zurückgreifen kann.
Als sehr hilfreich empfand ich auch das Angebot des Wissenschaftsverlags De Gruyter, Lebensläufe zu checken. Ich bin derzeit auf Praktikumssuche und die Gestaltung meines Lebenslaufs hinsichtlich Layout, Aufbau und Ausführlichkeit war ein Punkt, bei dem ich mir stets etwas unsicher war. Die freundliche Mitarbeiterin von De Gruyter hat sich Zeit für mich genommen, ist jeden Abschnitt mit mir ausführlich durchgegangen, hat hervorgehoben, was sie gut fand und Tipps für ergänzende Angaben gegeben. Jetzt kann ich meinen Lebenslauf mit mehr Selbstvertrauen an die Verlage schicken.

Fazit

Insgesamt waren meine Erwartungen an die Frankfurter Buchmesse wohl etwas zu hoch und die Realität entsprach nicht meinen Vorstellungen und Hoffnungen. Da war die Enttäuschung vorprogrammiert. Und obwohl ich tatsächlich etwas niedergeschlagen nach Hause gefahren bin, habe ich die Messe für mich längst nicht abgehakt. Ich habe aus meiner Erfahrung gelernt, weiß in Zukunft, was mich erwartet und kann mit den entsprechenden Erwartungen hinfahren. Vor allem werde ich meine Hoffnungen, internationale Autoren zu treffen, deutlich herunterschrauben. Außerdem habe ich gemerkt, dass ein Tag definitiv viel zu wenig ist und die Fachbesuchertage vermutlich eher meine Bedürfnisse erfüllen.

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Freitags-Favoriten · Literatur

Freitags-Favoriten meets #Buchpassion | Meine Lieblingsautorinnen und -autoren

Nach Mein Bekenntnis zum Buch geht die Aktion #buchpassion dieses Jahr in die zweite Runde. Passender Weise soll es um die Lieblingsautorinnen und Lieblingsautoren gehen – ein Thema, zu dem ich sowieso einen Beitrag im Rahmen meiner Freitags-Favoriten vorbereitet habe.

Über seinen Lieblingsautor zu sprechen erweckt bei mir die Erwartung, vorbehaltlos jedes neue Werk dieses Autors sofort bei Erscheinen zu kaufen und immer wieder zu lesen. Diesen Autor gibt es für mich nicht. Aber wenn ich für den Rest meines Lebens nur noch eine einzige Autorin lesen könnte, dann wäre meine Wahl einfach:

J. K. Rowling

In ihren Harry Potter Romanen hat sie eine magische Welt erschaffen, die mich wie sonst keine Geschichte seit meiner Schulzeit begleitet. Das macht sie wohl zu meiner Lieblingsautorin. Doch es ist keine uneingeschränkte Liebe zu allem, was aus ihrer Feder stammt. Das verwunschene Kind hat mich mächtig enttäuscht, Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind werde ich erst gar nicht als Buch lesen. Auch ihre Romane für Erwachsene wie Ein plötzlicher Todesfall und die Kriminalreihe unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith stehen nicht in meinem Bücherregal. Zwar habe ich sie gelesen, aber obwohl die Krimis gut waren, war einmal genug und mit Ein plötzlicher Todesfall konnte ich überhaupt nichts anfangen.
Doch auch wenn in meinen Augen vermutlich kein weiteres Werk Rowlings jemals an die sieben Harry Potter Bände heranreichen wird, beweist sie mir immer wieder, dass sie für mich die Königin des Schreibstils ist: Mit nur wenigen Worten zeichnet sie mühelos Figuren und Orte vor meinem inneren Auge, die dabei wie zum Anfassen real wirken. Alle ihre Figuren haben ihre eigene Art zu sprechen, sich zu bewegen und so erhalten selbst Nebenfiguren mehr Tiefe als bei vielen anderen Autoren die Hauptfiguren.

Doch ich möchte diesen Beitrag nicht auf eine einzige Autorin beschränken, denn es gibt noch so viel mehr Autorinnen und Autoren, die mich über die Jahre begeistert und begleitet haben. Aus dem riesen Großen Topf habe ich mir ein paar herausgepickt, die mir spontan eingefallen sind und mit denen ich eine persönliche Erinnerung oder ein bestimmtes Genre verbinde.

Kinderbücher

Wenn ich an die Geschichten meiner Kindheit und frühen Jugend denke, taucht ein Name öfter als anderen auf: Cornelia Funke. Kein anderer Autor hat meine Kindheit mit so vielen verschiedenen Titeln und in einer solchen Bandbreite geprägt. Ich habe jedes Band der Wilden Hühner verschlungen und wollte unbedingt selbst eine Mädchen-Bande gründen. Die Tintenherz-Trilogie hat mir nochmal ein ganz neues Gefühl für jene Welten vermittelt, die Autoren schaffen und in die wir uns als Leser flüchten. Und Frage des Erwachsenwerdens aus Herr der Diebe hat mich seit dem ersten Lesen beschäftigt.

Trivialliteratur

Ja, ich lese gerne Trivialliteratur: Bücher, bei denen ich nicht viel mitdenken muss, sondern mich einfach von der Autorin oder dem Autor in eine kurzweilige Geschichte entführen lassen kann. Mit fortschreitendem Literaturstudium wurden meine Ansprüche jedoch immer höher und so mancher Schreibstil, Plot oder Charakter hielt ihnen nicht mehr stand. Noch nie enttäuscht wurde ich von Cecelia Ahern. Ihre Geschichten sind selten nach Schema-F, immer wieder gibt es etwas Neues: eine mysteriöse Schreibmaschine, ein magisches Tagebuch, eine Geschichte komplett in zweiter Person erzählt. Dabei geht es nicht immer nur um Liebe, sondern auch um Freundschaft, darum, dass jedes ganz normale Leben erzählenswert ist und so viel mehr. Aherns Schreibstil ist dabei stets jung und frisch und gleichzeitig gefühlvoll.

Klassiker der Weltliteratur

Es gibt so viele große Autoren, die seit Jahrhunderten aus mehr oder weniger guten Gründen gelesen werden. Leider kenne ich noch längst nicht alle und während ich viele von ihnen zwar bewundere, sprechen mich ihre Werke persönlich nicht unbedingt an. Ganz anders erging es mir mit diesen dreien:

Als belesene Frau Jane Austen zu lieben ist vermutlich schon ein Klischee, aber das ist mit völlig egal. Obwohl ich mit den Menschen aus der Zeit, die Austen beschreibt niemals tauschen wöllte, fasziniert mich diese Welt ungemein. Die Damen und Herren der feinen Gesellschaft, stets auf der Suche nach der besten Partie träumen von der großen Liebe. Austen schafft es jedes Mal aufs Neue, in dieser steifen Welt Charaktere zu erschaffen, die eigenwillig, besonders, intelligent und emanzipiert sind. Kein Wunder, dass sich so viele Frauen bis heute davon inspiriert fühlen.

Victor Hugos Die Elenden (besser bekannt als Les Misérables) war für mich die überraschendste Entdeckung 2014. Ich hätte nie gedacht, dass mich ein Klassiker dieser Dicke, dessen Handlung auch noch ständig abschweift, derart fesseln könnte. Vielleicht ist es die zeitlose Thematik, vielleicht die Mischung aus Witz, Spannung, Drama und Liebe, aber Les Misérables gehört seitdem zu meinen Lieblingsbüchern und Der Glöckner von Notre Dame wartet gerade in meinem Bücherregal, damit ich ihn dieses Jahr endlich lese.

Den dritten in der Runde habe ich erst letztes Jahr für mich entdeckt, was eindeutig eine Verschwendung von Lebensjahren ist. Zu meiner Verteidigung: Kriminalgeschichten sind generell nicht so mein Ding und so hätte ich ja nicht ahnen können, was mir mit Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes entgeht. Doyle hat mit Sherlock Holmes eine Figur geschaffen, die wie kaum eine zweite das Genre beeinflusst hat, Autoren bis heute inspiriert und in zahlreichen Film- und TV-Versionen (darunter eine meiner absoluten Lieblingsserien) immer wieder neu interpretiert wird.  Die Fälle sind so skurril wie Holmes Deduktionen brillant sind und ich weiß jetzt schon, dass ich sie noch viele Male lesen werde.

Kürzlich entdeckt

Im Juli habe ich zum ersten Mal von Matt Haig gehört, als sein neuster Roman How to Stop Time erschien. Sein Schreibstil hat mich gepackt wie schon lange keiner mehr. Er schafft es, ganz alltägliche Dinge so zu beschreiben, dass sie plötzlich bedeutungsvoll erscheinen und bringt die Dinge auf eine Art auf den Punkt, dass man sich seine Worte gerahmt an die Wand hängen möchte. Leider kam ich noch nicht dazu, mehr von ihm zu lesen, aber meine Bücherwunschliste ist definitiv länger geworden, seit ich auf diesen Namen gestoßen bin.

#Buchpassion

Wie auch schon letztes Jahr organisierte die wunderbare Janine von Kapri-zös die Aktion #buchpassion. Ich bin leider etwas zu spät dran, aber die Uni ging einfach vor. Dennoch wollte ich es mir nicht nehmen lassen, diesen Beitrag zu veröffentlichen (besser spät als nie?). Auf Janines Blog findet ihr die ganzen anderen Beiträge zur Aktion verlinkt. Und wenn ihr schon da seid, schaut euch doch gleich ein bisschen auf ihrem Blog um. Es lohnt sich!

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Buchrezension · Literatur

Katja Scholtz: Mein Buch [DIY-Buch]

100 Dinge, über die Du schreiben kannst


Mein Buch ist keine Anleitung, wie man der nächste Bestsellerautor wird. Es ist ein Buch zum selber Ausfüllen mit kleinen Aufgaben, die einen zum kreativen Schreiben anregen sollen.

Mein erster Eindruck

Rein zufällig bin ich im Bloggerportal von Randomhouse über dieses Büchlein gestolpert, aber noch nie habe ich so schnell auf den Button geklickt, um ein Rezensionsexemplar anzufragen. Kreatives Schreiben hat mich immer interessiert und es macht mir Spaß, mich selbst darin auszuprobieren. Davon abgesehen, dass die Idee für den großen Roman nie so richtig gezündet hat, weiß ich, dass ich an meinem Schreibstil arbeiten muss. Was mir fehlt ist die Fähigkeit, mich in Personen, die grundsätzlich anders sind als ich, so hineinzuversetzen, dass ich ihre Geschichte glaubhaft erzählen könnte. Auch Beschreibungen der Szenerie fallen mir schwer. Entweder vergesse ich sie in meinem Drang, den Plot voran zu bringen oder es sind die immer gleichen langweiligen Beschreibungen. Die Kurzbeschreibung von Mein Buch klang, als könnten seine kleine Aufgaben mir helfen, neue Ansätze beim Schreiben auszuprobieren.

Mein Buch ist kein Buch, das man mal eben durcharbeitet. Ich werde wohl immer wieder mal darin blättern, bis ich auf eine Aufgabe stoße, die mich in dem Moment reizt. Deshalb kann ich hier wirklich nur meinen ersten Eindruck wiedergeben. Und der ist überaus positiv. Es scheint mir, als hätten Katja Scholtz und der Diana Verlag sich ausgesprochen viel Mühe bei der Konzeption gegeben.
Die Umschlagsgestaltung ist sehr clean gehalten. Hier hätte ich mir vielleicht etwas weniger Gekritzel und dafür den Untertitel „100 Dinge, über die Du schreiben kannst“ gewünscht. Wenn das Buch so im Laden liegt, wird vermutlich den wenigsten gleich klar sein, was es enthält. Mir gefällt, dass sich Mein Buch sehr gut anbietet, es überall hin mitzunehmen. Es hat eine angenehme Größe für die Handtasche, das Hardcover und das Gummiband schützen es vor Knicken und die Falttasche im Einband bietet Platz für lose Zettel mit Ideen. Einer kreativen Auszeit im Café oder Park steht also nichts im Wege. Vielleicht komme ich so auch endlich dazu, meine täglichen 40 Minuten in der S-Bahn sinnvoll zu nutzen.

Das Innere ist liebevoll gestaltet mit abwechslungsreichem Layout, witzigen Illustrationen von Pascal Cloëtta und gepunkteten Hilfslinien für die eigenen Gedankengüsse. Im Durchschnitt hat man für jede Aufgabe 2 Seiten Platz für den eigenen Text, was mir manchmal etwas wenig erscheint. Bevor ich das als Kritik anbringe, muss ich aber erstmal abwarten, wie ich auf Dauer mit den Seiten zurechtkomme, denn bisher hatte ich noch keine Platzprobleme (natürlich kann man die Zeilenvorgabe auch als zusätzliche Herausforderung annehmen).

Passend zur Saison: ein Herbstspaziergang

Die Aufgaben sind völlig unterschiedlich und darin liegt die klare Stärke dieses Buches. Egal ob inspirierend, witzig, herausfordernd oder auch völlig absurd – auf jeder Seite wartet eine neue Überraschung. Mal ist die harmlose Aufgabe, die Gerüche und Farben während eines Herbstspaziergangs zu beschreiben, dann soll man einem Außerirdischen erklären, was Liebe ist oder eine Kontaktanzeige ohne Adjektive schreiben. Auch vor verschiedenen Textsorten machen die Aufgaben nicht halt: Listen erstellen, non-sense Wörter erfinden, Dialoge, Gedichte, Tagebucheinträge, Briefe oder Twitterposts schreiben sind nur die, die mir bisher beim Durchblättern aufgefallen sind. Natürlich immer zu einem vorgegeben Thema, aus Sicht einer bestimmten Person, eines Tieres, oder eines Gegenstandes.
Die einzigen Aufgaben, die mich etwas irritieren, sind die persönlichen. Meine eigene Bucket-List hat meiner Meinung nach nichts in diesem Buch verloren. Aber das Schöne ist ja, dass es keine festen Regeln gibt. Also warum nicht einfach die Aufgabe abändern und überlegen, wie die Bucket-List der eigenen oder einer bereits existierenden Romanfigur aussehen könnte? Der Kreativität sind hier absolut keine Grenzen gesetzt.

Ich kann es kaum erwarten, meine kreativen grauen Zellen anzustrengen, schreibtechnisch mal etwas Neues auszuprobieren und zu beobachten, wie ich davon lerne. Manche Einige der Aufgaben werden mich auf alle Fälle vor eine Herausforderung stellen und auf diese Aufgaben freue ich mich schon am meisten.

Meine Empfehlung

Eine witzige Geschenkidee für jeden, der sich gerne in kreativem Schreiben ausprobieren oder weiterentwickeln möchte.

Vielen Dank an den Diana Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse für mein Rezensionsexemplar.


Verlag: Diana Verlag | ISBN: 978-3-453-28545-3 | Format: Hardcover | Seitenzahl: 208 | Quelle Coverbild: Bloggerportal

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