Literatur · Orte

Ein Tag im Bücherhimmel mit großen Enttäuschungen | Mein erster Besuch der Frankfurter Buchmesse

Seit ich lesen kann bin ich ein Bücherwurm, seit ich verstanden habe, wie Bücher entstehen, träume ich von einem Beruf in der Verlagsbranche, weshalb ich nun seit vier Jahren Germanistik beziehungsweise Literaturwissenschaft studiere, und seit ebenfalls vier Jahren blogge ich über Bücher. Kaum zu glauben, dass ich es zuvor noch nie auf die Frankfurter Buchmesse geschafft habe, oder? Tatsächlich kam mir zu Schulzeiten meine Unsicherheit in großen Menschenmengen und in den letzten Zeiten das Studium in die Quere. Doch dieses Jahr war es so weit: ich konnte endlich in das Mekka der deutschen Verlagsbranche fahren! In all den Jahren, in denen ich die Messe verpasst habe, wurde sie in meinem Kopf zu einem Art Bücherhimmel und die allgemeine Vorfreude der messeerfahrenen Buchblogger auf Twitter tat ihr übrigens, dass ich einen Tag voller Bücher, Autorenmeetings und Glückseligkeit erwartete.
Ich hatte mich entschieden, erstmal nur für einen Tag hinzufahren, um es nicht gleich zu übertreiben. Ganz einfach machte ich es mir dennoch nicht, denn anstatt mit einer Freundin zu zweit hinzufahren, habe ich kurzerhand eine Exkursion für internationale Studierende der Universität Stuttgart auf die Beine gestellt. Das hieß natürlich doppelte Organisation, zeitlich genaue Planung, Verantwortung und Stress im Vorfeld, aber ich habe es keine Sekunde bereut. Schon gar nicht, als sich ein paar der Studierenden am Ende mit strahlenden Gesichtern für den tollen Ausflug bedankt haben. Was gibt es schöneres als kollektiv glückliche Bücherfans?

Bücherhimmel

Die Frankfurter Buchmesse ist ein Paradies für Bücherfans, keine Frage. Cover bewundern, neue Titel entdecken, Lieblingsbücher anderen empfehlen und in einer Ecke einfach mal paar Seiten zu lesen – all das macht die Buchmesse zum perfekten Ort, sich mit anderen über Bücher auszutauschen und die Bücher-Wunschliste rapide ansteigen zu lassen. Ganz besonders hat mir gefallen, wie die Bücher teilweise in Szene gesetzt und die Stände gestaltet wurden. Egal ob der Baum aus Papier bei Bastei Lübbe, die riesige Eule bei Ullstein oder Bücherlampen bei Piper – die Verlage hatten sehr viele kreative Ideen.

Signierstunden

Besonders aufgeregt war ich vor der Buchmesse wegen drei Autoren: Cecelia Ahern, Cassandra Clare und Nicholas Sparks.
Cecelia Ahern war gleich morgens um 10 Uhr dran und bis ich meine Reisegruppe zur Messe belgeitet und mit letzten Infos und ihren Tickets ausgestattet hatte, durch die Taschenkontrolle war und den Stand gefunden hatte, war ich leider zu spät dran, die Schlange war bereits geschlossen. Das hat dem Start des Tages einen kleinen Dämpfer verpasst, aber es war schließlich mein eigenes Pech und im Vorbeigehen konnte ich zumindest einen Blick auf sie erhaschen.

Nicholas Sparks und Cassandra Clare waren beide am frühen Nachmittag auf der Open Stage und anschließend nebenan im Signierzelt. Obwohl beide Signierstunden nacheinander an genau dem gleichen Ort stattfanden war schnell klar, dass man unmöglich beide besuchen kann. Meine Freundin und ich haben uns für Nicholas Sparks entschieden, standen über 1,5 Stunden in der Schlange und wurden dann weg geschickt, weil er gegangen war. So ging es nicht nur uns, sondern hunderten von anderen Fans. Das ist schade, frustrierend und vor allem unnötig. Die netten Mitarbeiterinnen, die zwischendurch die Schlange abgelaufen sind, um Cassandra Clare Fans in die richtige Schlange zu schicken, hätten die Schlange an einem Punkt schließen können und jene Fans schon früher wegschicken, die sowieso nicht mehr dran gekommen wären. Dann hätte man sich in der Zeit wenigstens wieder ins Getümmel in den Hallen stürzen können.

Blieben leider unsigniert

 

Ich war noch nie bei einer solchen Signierstunde, mir fehlte schlichtweg die Erfahrung, einschätzen zu können, ob es sich weiter lohnt, anzustehen. Allerdings viel selbst mir auf, dass es seltsam war, dass wir während der einstündigen Signierstunde gerade mal um die 5 Meter vor gerückt sind. Sicher gab es wieder der ein oder anderen Drängler. Doch als ich mir dann paar Tage später auf Twitter ansehen musste, dass jemand 12 (!) ihrer Bücher von Nicholas Sparks an diesem Tag hatte signieren lassen, hatte ich noch eine Erklärung (denn die betreffende Person war sicher nicht die einzige). Ist es nötig, in jedem einzelnen Buch die Unterschrift des Autors zu haben und damit anderen die Chance auf ein einziges Autogramm zu nehmen? Und warum wird von den Organisatoren die Anzahl der zu signierenden Bücher nicht auf ein oder zwei beschränkt? Dieses Erlebnis frustriert mich selbst noch im Nachhinein, denn dass ich Nicholas Sparks nicht treffen konnte weder Pech noch ein Verschulden meinerseits, sondern schlichtweg schlechte Organisation und der Egoismus anderer.

Networking

Die Buchmesse ist ein Ort, an dem Vertreter zweier Bereiche, in die ich gerne weiter eindringen würde, versammelt sind: Verlage und Buchblogger.

Derzeit bewerbe ich mich bei verschiedenen Verlagen für Praktikumsstellen im Lektorat. Während ich mich im Internet schon ausführlich informiert habe, waren teilweise noch Fragen offen. Mir war klar, dass an den Infoständen nicht unbedingt Mitarbeiter des Lektorats und sicher nicht der Personalabteilung standen, die mir meine Fragen ausführlich beantworten könnten. Doch meine Fragen wurden teilweise nicht einmal vollständig angehört, bevor ich brüsk auf die Webseite verwiesen wurde. Im Endeffekt bin ich so schlau wie vorher und da hatte ich mir dann doch mehr erhofft.

Obwohl ich seit mittlerweile knapp vier Jahren blogge, bin ich in die Szene kaum integriert. Zunächst war Tumblr die völlig falsche Plattform für mich, doch auch seit meinem Umzug zu WordPress vor einem Jahr und intensivere Nutzung von Twitter, habe ich zwar einen besseren Überblick über die Buchbloggerszene, aber noch keine persönlichen Beziehungen aufgebaut. Wie wenig integriert ich bin führte mit die Messe deutlich vor Augen. Denn während sich die ganze Szene freute, Freunde wiederzusehen oder Twitterbekanntschaften endlich im echten Leben zu treffen, fühlte ich mich außen vor. Am Samstag war außerdem viel zu viel los, um jemandem zufällig in die Arme zu laufen und meine Freundin wollte ich auch nicht alleine stehen lassen, um zum Bloggertreffen zu gehen. Bei zukünftigen Messebesuchen will ich mir definitiv mehr Zeit und Möglichkeiten einräumen, andere Blogger zu treffen und bis dahin an meiner Vernetzung arbeiten.

Kreative Highlights

Manche Stände hatten kreative Einfälle, wie die Besucher schöne Erinnerungen an die Messe mitnehmen können. Bei Thalia zum Beispiel konnte man sich vor einem Bluescreen fotografieren lassen und das eigene Bild mit schönem Hintergrund auf ein Lesezeichen drucken lassen. Und Lesezeichen kann ein Bücherwurm bekanntlich nicht genug haben. Wer die Chance auf der Messe verpasst hat kann sich übrigens online sein Lesezeichen erstellen.

Mein persönliches Highlight war das Live Handlettering von Katja Haas. Handlettering ist zur Zeit ein Mega-Trend und entsprechende Bücher wurden auch auf der Messe vielfach angepriesen. Doch wer wie ich noch lange von der Perfektion des Handlettering entfernt ist, konnte sich von Katja Haas seinen Namen oder einen kleinen Spruch lettern lassen.

Wissenschaft & Bildung – Pop-up Campus

Halle 4.2 bot nicht nur eine Erholung von den Menschenmassen, sondern auch Hilfestellungen für das Studium und den Berufsstart. Ich habe mir einen Vortrag zum Thema Karrierestart nach dem Studium von Doris Brenner angehört und obwohl viele ihrer Tipps keine Erleuchtung waren, finde ich es hilfreich, jetzt eine Liste mit Dos und Don’ts zur Hand zu haben, auf die ich bei Berufsstart zurückgreifen kann.
Als sehr hilfreich empfand ich auch das Angebot des Wissenschaftsverlags De Gruyter, Lebensläufe zu checken. Ich bin derzeit auf Praktikumssuche und die Gestaltung meines Lebenslaufs hinsichtlich Layout, Aufbau und Ausführlichkeit war ein Punkt, bei dem ich mir stets etwas unsicher war. Die freundliche Mitarbeiterin von De Gruyter hat sich Zeit für mich genommen, ist jeden Abschnitt mit mir ausführlich durchgegangen, hat hervorgehoben, was sie gut fand und Tipps für ergänzende Angaben gegeben. Jetzt kann ich meinen Lebenslauf mit mehr Selbstvertrauen an die Verlage schicken.

Fazit

Insgesamt waren meine Erwartungen an die Frankfurter Buchmesse wohl etwas zu hoch und die Realität entsprach nicht meinen Vorstellungen und Hoffnungen. Da war die Enttäuschung vorprogrammiert. Und obwohl ich tatsächlich etwas niedergeschlagen nach Hause gefahren bin, habe ich die Messe für mich längst nicht abgehakt. Ich habe aus meiner Erfahrung gelernt, weiß in Zukunft, was mich erwartet und kann mit den entsprechenden Erwartungen hinfahren. Vor allem werde ich meine Hoffnungen, internationale Autoren zu treffen, deutlich herunterschrauben. Außerdem habe ich gemerkt, dass ein Tag definitiv viel zu wenig ist und die Fachbesuchertage vermutlich eher meine Bedürfnisse erfüllen.

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Wandern im Lechtal: Jöchelspitze

Letzte Woche habe ich schon von meinem Urlaub im Lechtal erzählt, den ich zusammen mit einer Freundin verbracht habe. Um es ruhig anzugehen, war unsere erste Tour „nur“ ein Rundweg über die Holzgauer Hängebrücke. Für den zweiten Tag stand eine Gipfeltour zur Jöchelspitze auf dem Programm, den Abstieg wollten wir über einen Panoramaweg noch weiter ausdehnen.

Tour 2: Jöchelspitze

Unsere Tour begann erstmal mit einer Fahrt mit der Jöchelspitzbahn. Die Fahrt ist wie auch der Wanderbus kostenlos, wenn man die Lechtal Aktiv Card besitz, und die ist bei fast allen Hotels/Pensionen im Zimmerpreis bereits enthalten. Ich bin kein Fan von Sesselbahnen, da ich nie das Gefühl loswerde, dass mir gleich etwas aus dem Rucksack purzelt und in die Tiefe fällt. Aber es hat natürlich klare Vorteile, eine Gipfeltour erst bei 1800 m und nicht im Tal zu beginnen. Die Fahrt kam mir allerdings ungewöhnlich lang vor und führte uns immer tiefer in die Wolkendecke, was nicht gerade zu meiner Entspannung beitrug.

Bei der Bergstation angekommen, standen wir dann wirklich in den Wolken. Wenn man mit genügend Abstand in den Himmel schaut, scheint die Vorstellung, in den Wolken zu stehen, ziemlich fluffig und einladend. So war es nicht. Zwar konnte man ziemlich gut sehen, was sich in umittelbarer Nähe befand, aber  der Blick ins Tal als auch der Richtung Gipfel boten das gleiche Bild: graues Einerlei. Außerdem war es unangenehm nass-kalt und das nächste Mal packe ich definitiv für diesen Fall Nasenspray in meinen Rucksack.

Mit der Hoffnung, dass die Wolken am Gipfel entweder unter uns liegen würden, oder bis dahin aufgestiegen wären, machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging es den botanischen Lehrpfad entlang. Hier ist der Weg noch gut begehbarer Schotter und breit genug für zwei Wanderer nebeneinander. Wem die Steigung hier schon zu schaffen macht, kann sich immer wieder auf Bänken ausruhen. Nach bereits ca. 30 -45 min* erreicht man den Lachenkopf und damit das erste Gipfelkreuz.
*(Die Wegweiser streiten sich etwas hinsichtlich der Zeitangaben und ich habe nicht auf die Uhr geschaut).

Lachenkopf

Der Lachenkopf liegt auf 1903 m, von der Bergbahn aus muss man also nur etwa 100 Höhenmeter überwinden. Das Gipfelkreuz liegt etwas abseits der Route zur Jöchelspitze (ein Abstecher von max. 5 min!) und die meisten Wanderer haben an diesem Tag den Lachenkopf ignoriert und strömten direkt dem „richtigen“ Gipfel entgegen. So hatten wir unsere Ruhe, konnten Fotos machen und für ein paar Minuten sogar so etwas wie eine Aussicht genießen, als die Wolkendecke kurz aufbrach. Der Abstecher zum Lachenkopf lohnt sich wegen der Aussicht auf alle Fälle und zeit- und wegtechnisch ist er definitiv nicht der Rede wert.

Zurück auf unserem ursprünglichen Weg Richtung Jöchelspitze, erreichten wir bereits nach 5 min das Bergheu Museum: Eine kleine Hütte,  die zeigen soll, wie das Leben der Bergbauernfamilien früher war. Ein toller Tipp, sollte man vom Regen überrascht werden, ansonsten nicht unbedingt sehenswert.

Ich würde behaupten, dass auch Wandermuffel die Tour bis hier hin gut schaffen können. Danach wurde der Pfad immer schmaler, der Boden immer unbefestigter und die Aussicht immer schlechter. Die Dichte des Nebels erreichte nie den Punkt, dass es auch nur annährend gefährlich hätte werden können. Aber der Blick nach vorn verriet nicht im Geringsten, wie weit der Gipfel noch entfernt war. Was ab einem gewissen Grad der Erschöpfung durchaus hilfreich war, da man sich einreden konnte, dass es sicher nach „der einen Kuppe“ geschafft sei.

Aufstieg im Nebel

Mir persönlich hat Wandern schon immer vor allem dann am meisten Spaß gemacht, wenn es keine befestigten Wege mehr gibt und man sich die trittfesteste Route entlang des Pfads suchen muss. In der Hinsicht kam ich voll auf meine Kosten. Allerdings hatte die feuchte Luft und der Regen in der Nacht vorher den Boden aufgeweicht und stellenweise war es dann doch ruchtschiger als das, was ich noch unter Spaß verstehen würde. Bei Regen zu wandern ist ohnehin nicht empfehlenswert, aber bei dieser Strecke gleich zehnmal nicht.

Nach etlichem Stöhnen erreichten wir dann irgendwann endlich das Gipfelkreuz der Jöchelspitze auf 2226 m. Wir hatten also von der Bahnstation aus über 400 Höhenmeter hinter uns gebracht. Lustig fand ich, dass das Gipfelkreuz großzügig umzeunt und sogar mit einem Holztürchen versehen ist. Das habe ich davor auch noch nie gesehen. Aber ich schätze, wenn man die Tour einem kleinen Kind oder Hund antun will, kann man sie hier sorgenfrei rennen lassen.

Hinsichtlich des nicht vorhandenen Panoramas haben wir auf den Panoramaweg verzichtet. Dieser hätte etwas unterhalb der Jöchelspitze begonnen und in 2,5 – 3 Stunden zur Bernhardseckhütte geführt. Stattdessen machten wir uns direkt an den Abstieg, über den Weg, den wir herauf gekommen waren. Es gibt noch einen zweiten, scheinbar kürzeren Weg, der ebenfalls zur Bergstation führt. Doch wir blieben bei dem Wetter lieber bei dem Weg, den wir einschätzen konnten. An der Bergstation gibt es die Sonnalm, wo wir uns vor der Talfahrt noch eine wohl verdiente Portion Kaiserschmarrn gönnten. Denn mal ehrlich, was ist ein Wanderurlaub ohne Kaiserschmarrn?

Auszeit mit Kaiserschmarrn
Der Lechweg

Über den Lechweg kann ich nicht viel sagen, aber ich möchte ihn kurz erwähnt haben. Er ist 125 km lang und führt vom Formarinsee nach Füssen. Die Strecke lässt sich je nach Kondition in sechs bis acht Tagen bewältigen. Es gibt wohl ein paar steilere Passagen, zum Großteil weist der Weg allerdings leichtes Gefälle auf, so das Infoheft. Es heißt Infoheft, aber es ist ein halbes Infobuch, mit genauen Beschreibungen aller Etappen. Wer den Lechweg begehen möchte, ist damit also bestens vorbereitet. Das Heft kann man kostenlos online bestellen oder in jedem Tourismusbüro mitnehmen.

Das »L« weist den Weg

Unsere Erfahrung mit dem Lechweg beschränkt sich auf unsere Tour über Wasserfall und Hängebrücke und einen kurzen Spaziergang im Regen zur Forachacher Hängebrücke an unserem Abreisetag.

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Wandern im Lechtal: Holzgauer Hängebrücke

Sommerurlaub mit der Familie hieß für mich in meiner Jugend fast immer nur eines: Wandern. Nachdem ich dann in den letzten Jahren mit Freundinnen eher Städtereisen unternommen hatte, habe ich die Berge richtig vermisst. Es wurde mal wieder Zeit, mich beim Aufstieg zu verausgaben, die Natur von einer ihrer schönsten Seiten zu bewundern und die Aussicht am Gipfel zu genießen, um dann am Ende jeden Tages müde aber erholt ins Bett zu fallen. Zusammen mit einer Freundin ging es diesen Sommer also in keine Stadt und nicht ans Meer, sondern für ein verlängertes Wochenende ins Lechtal.

Namensgeber des Lechtals ist der Lech, anscheinend der letzte Wildfluss Europas. Der Naturpark liegt in Österreich/Tirol, nah an den Grenzen zu Deutschland und der Schweiz. Dazu gehören 14 Ortschaften zwischen Ski Arlberg und Reutte, unsere Pension lag in Steeg und damit in unmittelbarer Nähe zu Holzgau und Bach, die Ausgang unserer Wandertouren waren.

Tour 1: Wasserfall und Hängebrücke (Rundweg)

Um uns am ersten Tag nicht gleich zu verausgaben, wählten wir erstmal eine einfache Tour. Von Holzgau aus ging es durch das Höhenbachtal am Simmswasserfall vorbei zum Café Uta. Der Weg war gut begehbar und nur mäßig steil. Wenn ich richtig gesehen habe, bietet er außerdem Ausgangspunkte für mehrere Klettersteige.

Simmswasserfall

Am Café Uta hat man die Möglichkeit, die Tour weiter auszubauen: Zur Großgumpenalm oder noch weiter zur Kemptner Hütte und wieder zurück. Wir haben uns dagegen entschieden und sind direkt weiter zur Hängebrücke, da Gewitter für den Tag angesagt waren (allerdings nie kamen) und wir noch genug Zeit haben wollten, auf der Hängebrücke viele (sehr viele) Fotos zu machen.

Die Holzgauer Hängebrücke ist 200 m lang und spannt sich in 110 m Höhe über die Höhenbachtalschlucht, durch die wir zuvor gewandert sind. Schwindelfrei sollte man hierfür also auf jeden Fall sein! Es gab einige Wanderer, die direkt wieder umgekehrt sind oder sich angstvoll an den Handlauf geklammert haben. Für alle anderen bietet die Brücke eine ganz ungewohnte Aussicht ins Tal und eine tolle Kulisse für grandiose Fotos. Tatsächlich sollte man sich darauf einstellen, öfter mal stehen zu bleiben, um eine kleine Touri-Foto-Session nicht zu stören.

Die veranschlagte Zeit für den Rundweg beträgt 1h 45 min, führt stets über gut begehbare Schotterwege und überwindet nicht allzu viele Höhenmeter. Einheimische gehen auf der Strecke nichtmal „wandern“, sondern „spazieren“.

> Tour 2: Jöchelspitze

Weitere Impressionen: Steeg und Holzgau

Webtipp: Bei der Planung unseres Wochenendtrips hat uns die Webseite des Naturpark Lechtal sehr geholfen.

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3 Geheimtipps für Lindau am Bodensee

Ist das Wetter zur Zeit nicht viel zu schön, um zuhause zu bleiben? Meine beste Freundin und ich haben es jedenfalls zum Anlass genommen, am Samstag an den Bodensee zu fahren – genauer: nach Lindau. Obwohl es ziemlich wolkig war und wir bei dem Dunst leider das andere Seeufer nur erahnen konnten, war es angenehm warm und insgesamt ein wunderschöner Tag.

Blick von der Hafenpromenade auf die Hafeneinfahrt

Für alle, die Lindau nicht kennen: Die Stadt Lindau liegt am östlichen Ufer des Bodensees und damit in unmittelbarer Nähe zu den Grenzen von Österreich und der Schweiz. Interessant ist vor allem die historische Altstadt, die auf einer Insel abgesetzt vom Rest der Stadt liegt. Dadurch, dass die Altstadt für sich alleine steht, vergisst man schnell, dass man sich in einer Kreisstadt befindet und nicht in einem schnuckeligen historischen Hafenstädtchen. Denn genau so fühlt sich Lindau an: Die berühmte Hafeneinfahrt, bunte Häuschen, eine kleine Einkaufsstraße und ein paar wenige Sehenswürdigkeiten – mehr scheint es nicht zu geben. Während Stadtbesichtigungen häufig leicht in Stress ausarten, lädt Lindau zum gemütlichen Bummeln ein und am Ende hat man trotzdem das Gefühl, alles gesehen zu haben.

Im Folgenden möchte ich meine Lieblingsplätze vorstellen:

Café-Pause zwischen Büchern

Bücher und schnucklige Cafés sind zwei der mir liebsten Dinge und die Kombination von beidem überhaupt das beste! Als mir meine Freundin also begeistert von einem Buch-Café erzählte, musste sie da unbedingt mit mir hin. Das Café Augustin liegt etwas abseits des Zentrums und ist leicht zu übersehen. Nur ein paar runde Tischchen und passende Korbstühle entlang der Hauswand geben einen Hinweis darauf, dass sich hinter der engen Türe ein Café verbirgt. Auch den Innenraum beschreibt das Wort eng recht treffend. Doch es ist eine gemütliche Enge, bedingt nicht nur durch die Theke und Tische, die man in einem Café erwartet, sondern auch durch all die Bücherregale und Leseecken, die zum Stöbern einladen. Egal ob Schaukelstuhl, Sofa oder Affenschaukel – hier findet jeder einen Leseplatz nach seinem Geschmack. Die Wände sind mit bunten Bildern und Zitaten geschmückt und in der Auslage liegen handgeschriebene Anmerkungen zu den Büchern und Geschenkideen. Auch die Karte ist handgeschrieben.

Hinterer Garten des Augustin

Wer einmal durch die verwinkelten Räume zur Hintertüre gefunden hat, wird mit einem stillen Plätzchen im Garten belohnt. Dieser Garten ist das chaotischste, was ich an Bepflanzung je gesehen habe und genau darin liegt sein Charme. Es gibt hier genau einen Tisch, den wir glücklicherweise ergattern konnten und wir wurden freundlich darauf hingewiesen, leise zu sein, um die Nachbarn nicht zu stören. Dieses ruhige und schattige Fleckchen ist eine kleine erholsame Oase, wo wir unsere Eisschokolade genossen haben und unsere Beine ausruhen konnten. Das Personal war jung, sehr freundlich und äußerst zuvorkommend, denn die Eisschokolade stand eigentlich nicht auf der Karte – das war aber überhaupt kein Problem und der Preis war auch ok.

Für jeden, der gemütliche Cafés mit einer ganz individuellen Note liebt, ist das Augustin DIE Adresse in Lindau. Die liebevolle Darstellung der Bücher lädt auf eine sehr persönliche Art zum Stöbern ein, wie es Buchhandlungen (vor allem natürlich die der großen Ketten) selten tun. Doch der Fokus liegt eindeutig auf dem Café und passend dazu scheint der Fokus auf Rezeptbüchern zu liegen. Außerdem sind mir die Kinderbücher positiv aufgefallen, die dazu einladen, sie gleich an Ort und Stelle vorzulesen.

Adresse: Fischergasse 33

Historische Bücher

Die Ehemals Reichsstädtische Bibliothek (ERB) befindet sich im Erdgeschoss des Alten Rathaus. Sie enthält um die 15.000 historische Werke zu verschiedenen Themen der Geistes- und Kulturgeschichte. Durch mein Literaturstudium habe ich inzwischen nicht nur den Inhalt von Büchern zu schätzen gelernt, sondern auch die ganz eigene Geschichte, die ein Band erzählen kann, der bereits vor hunderten von Jahren gedruckt oder gar von Hand geschrieben wurde. Leider bekommt man diese wertvollen Stücke viel zu selten zu Gesicht.

Eingang ERB im Alten Rathaus

Verständlicher Weise ist auch in der ERB das Anfassen strengstens verboten und die Schätze befinden sich hinter einer dicken Glaswand. Ein paar Werke sind besonders hervorgehoben und liegen aufgeschlagen direkt hinter dem Glas, momentan zu dem Thema Luther und Bibeln. Doch der Rest steht in drei langen Buchregalen dicht nebeneinander. Es geht also weniger um das Buch selbst als darum, einen Eindruck von einer historischen Bibliothek zu bekommen. Der Flair wird durch den Glaskasten, der alles umschließt, etwas zerstört, aber wer sich davon nicht stören lässt und in die Gänge späht, kann durchaus interessante Werke entdecken. Ich persönlich frage mich immer noch, was in dem Buch steht, das so groß wie ein Handgepäckkoffer ist. Anscheinend kann man sich als wissenschaftlicher Benutzer zuvor anmelden und vielleicht erhält man dann sogar Zugriff auf bestimmte Werke. Für Gruppen werden auch Führungen angeboten.

Adresse: Reichsplatz (im Alten Rathaus)

Diebstrum und Fotogalerie

Ich hatte schon im Vorfeld Bilder vom Diebstrum gesehen und wollte unbedingt hin, weil mir die kleinen Ecktürmchen so sehr gefallen. Ohne ihn aktiv zu suchen, lugte seine Spitze plötzlich zwischen zwei Dachfirsten hervor und kurz darauf standen wir auch schon vor dem Turm, der einst als Gefängnis diente. Rein kann man leider nicht, damit ist der Turm dann doch eher unspektakulär, wenn man davor steht.

Diebsturm und Fotogalerie

Vor Ort war ich daher viel mehr von seinem Nebengebäude angetan. Was wie ein Seitengebäude der Peterskirche wirkt, beherbergt das Fotostudie und die Galerie des Fotografen Jörn Lorenz. Das wunderschöne alte Gemäuer mit großen Fenstern und vielen Holzbalken versprüht seineng anz eigenen Charme. Leider war die Galerie geschlossen, als wir da waren, aber bereits die wenigen Bilder, die wir durch die Fenster erpähen konnten, sahen sehr vielversprechend aus.

Adresse: Oberer Schrannenplatz

Bahn-Tipp für Stuttgarter

Von Stuttgart aus fährt stündlich ein Regionalzug direkt nach Lindau. Wer mag kann auch schon wenig vorher aussteigen und Friedrichshafen genießen. Die Fahrt dauert ungefähr drei Stunden, aber uns kam sie überhaupt nicht so lange vor. Da Stuttgart und Lindau jeweils Start- und Endpunkt der Strecke sind, muss man sich immerhin wegen der Sitzplätze keine Sorgen machen.

Preistipp: Obwohl Lindau in Bayern liegt, gilt das Baden-Württemberg-Ticket für die gesamte Strecke. Alle unter 26 Jahren sparen mit dem Youngticket nochmal zusätzlich.

Weitere Impressionen des Ausflugs

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Film · Handarbeiten · Off Topic

Baby Groot aus Marvels Guardians of the Galaxy

„Ich bin Groot“

Wortgewandt ist Groot aus Marvels Guardians of the Galaxy sicher nicht. Doch obwohl ich eigentlich schlagfertige Charaktere am liebsten mag, hat Groot in diesem Film von allen am schnellsten mein Herz erobert. Spätestens beim Anblick von Baby Groot war mir klar: Den muss ich haben! Pünktlich zum Kinostart von Guardians of the Galaxy Vol. 2 habe ich mal wieder meine Wolle herausgeholt und diesen kleinen Kerl gehäkelt, bestickt und zusammengenäht.

Anleitung

Die Anleitung hat Twinkie Chan auf ihrem Blog kostenlos zur Verfügung gestellt. Ihr „Groottorial“ ist auf Englisch, aber mit einer Übersetzung der Häkelbegriffe dürfte das selbst für jeden mit nur rudimentären Englischkenntnissen kein Problem sein.

Änderungen

Ich habe braune Wollreste benutzt, die mir gerade in die Hände gefallen sind. Leider hatte ich keine Angaben zur Wolle, aber eine 2er bzw. 2,5er Häkelnadel war genau richtig. Dadurch, dass die Wolle so dünn war, wurde mein Baby Groot sehr klein und zierlich, insgesamt keine 15cm hoch. In meinen Augen macht ihn das noch niedlich, war daher perfekt. Allerdings musste ich dadurch auch die Anleitung an manchen Stellen etwas anpassen.

  • Am Kopf habe ich vor dem Abschluss zwei Runden ergänzt, damit er insgesamt länglicher wurde.
  • Da ich keine Plastikaugen gefunden habe, habe ich die Augen ebenfalls aufgestickt. Entgegen der Anleitung habe ich das Gesicht aufgestickt, bevor ich den Kopf ausgestopft und zugenäht habe, das fiel mir persönlich leichter.
  • Der Körper war mir viel zu schmal und zu kurz. Also habe ich 5 Runden mit 24 Maschen, 3 Runden mit 18 Maschen, 6 Runden mit 15 Maschen, 16 Runden mit 12 Maschen und zum Abschluss 2 Runden mit 9 Maschen gehäkelt. Dadurch wurde die Wurzel bzw. Knolle unten größer, Groot insgesamt länger und die zwei Abschlussrunden ergaben einen schönen Hals. Meiner Meinung nach sieht er so mehr aus wie der Groot aus dem Film. Die Anleitung erschien mir, als hätte sich Twinkie Chan an der Vinylfigur von Baby Groot orientiert. Aber am besten einfach selbst ein bisschen ausprobieren, was besser aussieht. Je nach Dicke der Wolle ergeben sich ja auch andere Proportionen.
  • Da mein Baby Groot so zierlich ist, habe ich die Arme wie in der Anleitung beschrieben nicht hinbekommen. Ich konnte sie beim besten Willen nicht über den Pfeifenputzer ziehen und sie breiter zu machen wäre keine Option gewesen, da dann die Proportionen nicht gestimmt hätten. Nach einem kurzen Moment der Verzweiflung kam ich auf die Idee, den Pfeifenputzer auf beiden Seiten mit je einer Luftschlange eng zu umwickeln. Damit das Ganze hält, habe ich die Luftschlangen am Körper und in sich gut vernäht (ohne sie vorher abzuschließen!) und dann die Finger nach Anleitung gehäkelt.
  • Für die Twisty Body Bits habe ich mit je einer Luftschlange die Arme großzügig umwickelt, die Luftschlangen am Körper aber dann zusammengeführt, d.h. eng nebeneinander gewickelt und anschließend sogar miteinander vernäht, sodass es nach einem einzigen, breiten Strang aussieht.

Viel Spaß beim Häkeln!

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