Film · Filmrezension · Serie

Mein erster Eindruck von This Is Us

(c) 2016-2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All rights reserved.

„Laut Wikipedia teilt sich der Mensch seinen Geburtstag im Durchschnitt mit über 18 Millionen anderer Menschen. Es gibt keinen Beweis dafür, dass sich ein gemeinsamer Geburtstag in irgendeiner Weise auf das Verhalten dieser Menschen auswirkt. Falls dem doch so ist… hat Wikipedia ihn noch nicht für uns entdeckt.“ – heißt es im Vorspann zur neuen Pro7 Serie This Is Us – Das ist Leben.

Die Handlung gibt Einblicke in die Leben von Jack, Kate, Kevin und Randall, die alle – wer hätte es gedacht – am gleichen Tag Geburtstag haben.

Mein Eindruck nach der ersten Folge

Die Serie This Is Us ist der mega Erfolg aus den USA, das habe ich schon vor Monaten während eines Interviews mit Milo Ventimiglia mitbekommen. Trotzdem habe ich den Serienstart im TV erstmal verpasst. Der Trailer war nicht wirklich interessant genug und mittwochs im Spätabendprogramm habe ich die erste Folge schlichtweg übersehen. Doch aus Langeweile beginnt man sich bekanntlich für alles mögliche zu interessieren und so kam ich am Sonntagabend auf die Idee, die Serie in der App zu suchen – und wurde fündig.

Die erste positive Überraschung war Mandy Moore. Dass sie ebenfalls eine der Hauptrollen spielt, ist bisher an mir vorbei gegangen. Das Konzept der Handlung wird schnell klar: Jack, Kate, Kevin und Randall feiern alle ihren 36sten Geburtstag. Vier verschiedene Menschen, das heißt vier ganz unterschiedliche Geburtstage, vier ganz verschiedene Leben. Es gibt witzige Szenen, Szenen die berühren und solche, die ein bisschen was von beidem haben. Kurz vor Ende der Folge habe ich mich entschieden, ich mag die Serie und werde wohl weiter schauen. Und dann kam dieser eine Moment, diese eine Szene: Mein Herz blieb kurz stehen und als kurz darauf der Abspann anlief, saß ich da mit Tränen in den Augen und einem breiten Grinsen im Gesicht und wusste, wenn sie es nicht irgendwie versauen, habe ich eine neue Lieblingsserie. Ich kann es kaum erwarten, mehr über die Lebensgeschichten der Figuren zu erfahren, mit ihnen zu lachen und zu weinen.

Rückblickend scheint die erste Folge ein recht dramatischer Einstieg. Außerdem kann ich zu keiner der Lebenssituationen der Hauptpersonen einen persönlichen Bezug herstellen. Und doch ging es mir unter die Haut, fühlte sich echt und nah an. Das schafft nur ein gutes Drehbuch und richtig gute Schauspieler. This Is Us scheint beides zu haben, ich bin gespannt, ob die weiteren Folgen das Niveau halten können.

Frustrierend waren lediglich die Werbeblöcke, die in der App ziemlich schonungslos auch mal mitten in einer emotionalen Szene einsetzen. Vielleicht schaue ich ab der nächsten Folge doch im TV.

Meine Empfehlung

Auf keinen Fall die Vorschau anschauen, die wird der Serie bei weitem nicht gerecht! Überhaupt kann ich jedem nur ans Herz legen, völlig unvorbereitet an die Serie heranzugehen und sich von der Handlung überraschen zu lassen.


This Is Us – Das ist Leben, mittwochs 21:15 Uhr auf Pro7

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Film · Filmrezension

Beauty and the Beast

(c) Walt Disney

Disneys Realverfilmung des Märchenklassikers Die Schöne und das Biest von 1991.

Meine Gedanken

Nicht nur ist Die Schöne und das Biest mein absolutes Lieblingsmärchen, sondern Disneys Zeichentrickfilmverfilmung die wohl schönste Inszenierung des Stoffs. Belle ist eine der wenigen Disney-Prinzessinnen, mit denen ich tatsächlich groß geworden bin und als Bücherwurm habe ich mich ihr immer verbunden gefühlt. Als bekannt wurde, dass nun auch dieser Film als Realverfilmung neu umgesetzt werden soll und noch dazu mit der wunderbaren Emma Watson in der Hauptrolle, wurde ein Traum für mich wahr.

Ever just the same,
Ever a suprise,
Ever as before,
Ever just as sure,
As the sun will rise.

(Song: Beauty and the Beast. (c) 2017 Walt Disney Records)

Diese Zeilen aus dem Song Beauty and the Beast waren noch nie so wahr: Einerseits ist die Realverfilmung genau das altbekannte Märchen aus dem Zeichentrickklassiker, mit all den ikonischen Szenen, die Fans so sehr lieben. Andererseits hat es viele neue, teilweise überraschende Elemente und einen moderneren Anstrich bekommen. Wie für die Realverfilmungen inzwischen typisch, erfährt man mehr über die Hintergründe der Figuren und einzelne Handlungselemente werden detaillierter auserzählt. So konnten wieder einmal Handlungslücken geschlossen und Fragen, die man sich als Erwachsener über Die Schöne und das Biest zu stellen beginnt, beantwortet werden.

Disneys Belle (Emma Watson) galt schon immer als ihrer Zeit voraus, doch erst jetzt kann ich das richtig nachvollziehen. Ich hatte das Gefühl, dass sie noch mehr alles hinterfragt und aus ihrer kleinen Welt in der Provinz Frankreichs auszubrechen versucht. Emma Watson hat häufig betont, wie wichtig es ihr war, den Verdacht des Stockholmsyndroms in Bezug auf Belles Gefühle für das Biest zu zerstreuen, und das ist ihr wirklich gelungen.
Die Erlösung des Biests hat mich in der Zeichentrickversion ehrlich gesagt früher immer etwas gestört. Das Biest schien nur als Biest zu existieren, allein schon weil seine Hintergrundgeschichte als Prinz völlig fehlt. So konnte ich mit dem Prinzen, der mit seinen etwas zu extrem blauen Augen und der roten Mähne nicht mal gut aussieht, nicht viel anfangen. Jetzt wird die menschliche Vergangenheit des Biests (Dan Stevens) stärker betont, man erhält Informationen über seine Familie, seine Kindheit und wie er als junger Prinz war.
Von den Nebenfiguren möchte ich nur LeFou (Josh Gad), Gastons Sidekick, hervorheben. Zum einen, weil er für mich die größte Veränderungen durchgemach hat. Er bekommt in diesem Film charakterlich deutlich mehr Tiefe und hat sich dadurch zu einem meiner Lieblinge entwickelt. Zum anderen, weil ich die Diskussionen um Gads Charakter LeFou (Vorsicht, der Artikel enthält Spoiler) als traurig und unangebracht empfinde.

Während Disney-Zeichentrickfilme neben vielen Dingen vor allem für ihre Gesangseinlagen bekannt sind, haben sich die bisherigen Realverfilmungen musikalisch sehr zurückgehalten. Nicht so Die Schöne und das Biest! Die Idee zur Realverfilmung entstand ursprünglich aus dem Gedanken heraus, die Musicalversion auf die Leinwand zu bringen. Auch wenn es dann doch keiner der eigens für das Musical geschriebenen Songs in den Film geschafft hat, ist der Musicalcharakter unübersehbar: Neben all den altbekannten Songs enthält der Film sogar zusätzlich neue Lieder. Ich habe insgesamt rund 12 Songs gezählt, da jagt eine Musicalnummer die nächste. Doch egal ob Tanznummern des ganzen Ensembles oder gefühlvolle Balladen, alle Songs sind wunderschön und man wird ihrer nicht überdrüssig. Dabei fügen sich die neuen Songs perfekt in das Gesamtbild ein, da die Musik wie auch schon in der Zeichentrickvorlage von Alan Menken geschrieben wurde. Für mich waren die Lieder der letztlich ausschlaggebende Grund, den Film auf Englisch zu sehen und ich bin unglaublich froh, die Originalstimmen und die Originallyrics gehört zu haben.

Meine Empfehlung

Eine märchenhafte Geschichte, traumhafte Kostüme, atemberaubende Kulissen, große Musicalnummern und ein wundervoller Cast – Beauty and the Beast ist ein Disney-Rundumsorglospaket. Also ab ins Kino! Ich kann jedem nur ans Herz legen, den Film auf Englisch zu schauen, allein schon, um die Lieder im Original zu hören.

Trailer

Für alle, die sich mit Englisch schwer tun, gibt es natürlich auch einen deutschen Trailer.


Deutscher Titel: Die Schöne und das Biest | Länge: 130 min | FSK: 6 | Regie: Bill Condon | Drehbuch: Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos | Musik: Alan Menken | Seite zum Film

Film · Filmrezension · Serie

The Crown (Staffel 1)

Die bisher teuerste Eigenproduktion von Netflix zeigt das Leben von Elizabeth II, beginnend mit ihrer Hochzeit mit Philip Mountbatten 1947. Die erste Staffel zeigt ungefähr ein Jahrzehnt aus dem Leben der royalen Familie, weitere Staffeln sollen folgen.

Meine Gedanken

„Lang lebe Königin Elizabeth!“
Seit 65 Jahren trägt Queen Elizabeth II nun schon die Krone des Vereinigten Königreichs auf dem Haupt und kann damit auf die längste Herrschaftsdauer in der britischen Monarchie zurück schauen. Eine faszinierende Frau, über die ich leider trotz meiner Liebe zu allem Britischen viel zu wenig weiß. Mit Biografien oder Dokumentationen, die aus trockenen Fakten aufgebaut sind, tue ich mir häufig schwer.  Verfilmungen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, aber hauptsächlich unterhalten wollen, sind da schon viel mehr nach meinem Geschmack. Etwaige Ungenauigkeiten nehme ich dabei gerne in Kauf, lassen sich diese doch meist durch Recherchen hinterher ausgleichen.

Als ich erfuhr, dass Netflix gleich eine ganze Serie über das Leben von Elizabeth II als Königin produziert hat, wusste ich, dass ich das sehen musste. Matt Smith (bekannt aus Doctor Who) in der Rolle als Prinz Philip war noch ein zusätzlicher Bonus.

The Crown
(c) Wikimedia

The Crown ist keine Serie, die sich unterhaltungstechnisch besonders hervortut. Sie ist weder überaus witzig, noch spannend. Gerade dadurch wirkt sie echt. Es mangelt keinesfalls an privaten Dramen oder politischen Intrigen, doch werden diese Ereignisse nicht unnötig zugespitzt, wie Unterhaltungsfernsehen das sonst gerne tut. Man hält sich an die wahren Ereignisse. Oder zumindest an das, was offiziell darüber bekannt ist und ergänzt es um realistische Spekulationen über das, was tatsächlich hinter den Palastmauern vor sich gegangen sein mag.
Mein Wissen über das Nachkriegsengland ist enttäuschend gering. Doch soweit ich das beurteilen kann, hielten sich die Macher von The Crown überraschend genau an wahre Ereignisse. Der Trailer gibt vor, dass die Serie lediglich „von wahren Ereignissen inspiriert“ sei. Doch immer wenn ich von einem Handlungsstrang absolut überzeugt war, dass dieser frei erfunden sein musste, bewies eine kurze Recherche das Gegenteil. In dieser Hinsicht hält die Serie sogar mehr, als sie verspricht.

Obwohl The Crown einen nicht gespannt die nächste Folge ersehnen lässt, habe ich alle zehn Folgen innerhalb weniger Tage angeschaut. Zugegeben, dass mein Probemonat bei Netflix abzulaufen drohte, könnte auch etwas damit zu tun gehabt haben. Wie dem auch sei, ich habe die Serie sehr genossen und wollte nicht aus Spannung, sondern aus ehrlichem Interesse wissen, wie es weiter geht. Besonders gefallen hat mir das Gefühl, so viel Neues zu erfahren. Die Queen kenne ich nur als elegante, huldvoll winkende, alte Dame. Sie als junge Frau zu sehen, die die Krone eigentlich überhaupt nicht wollte und die sich von einer schüchternen jungen Frau mehr und mehr zu einer starken Monarchin entwickelte, hat mich sehr berührt. Darüber hinaus beleuchtet The Crown das Leben derer, die im Schatten der Queen sonst häufig zu verschwinden scheinen, wie ihr Ehemann, Prinz Philip. Oder jene Personen, die meiner Generation überhaupt nicht mehr bekannt sind, wie  ihre Schwester, Prinzessin Margaret. Auch Winston Churchill, der große Name aus den Geschichtsbüchern, wird hier plötzlich greifbar, menschlich.

Keine Sorge, auch der Unterhaltungsfaktor kommt nicht zu kurz. Man kann sehen, dass wirklich Geld in die Produktion geflossen ist, dass Wert darauf gelegt wurde, alles möglichst authentisch zu gestalten. Die Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, beweisen in ihrer Darstellung Respekt gegenüber den realen Personen, die sie verkörpern, wirken aber auch nicht von ihrer Aufgabe eingeschüchtert. Hin und wieder lässt der subtile britische Humor einen Schmunzeln oder auch herzhaft auflachen.

Meine Empfehlung

Jedem, der sich für das Vereinigte Königreich und seine amtierende Monarchin interessiert, dem jedoch geschichtliche Fakten alleine zu trocken sind, kann ich diese Serie nur ans Herz legen. Sie hebt ein wenig den Schleier der Geschichte und auch die Maske, die die royale Familie in der Öffentlichkeit trägt. Und sie tut dies mit dem nötigen Respekt. Natürlich darf man nie vergessen, dass The Crown Fiktion ist, doch vermittelt die Serie einen ganz guten Eindruck über die wahren Ereignisse.

Trailer

Originaltitel: The Crown | Länge: 10 Folgen à 60 min | Idee/Drehbuch: Peter Morgan | Regie: Stephen Daldry, Philip Martin, u.a. | Serie bei Netflix | Alles, was es über die Serie zu wissen gibt, auf telegraph.co.uk

Film · Filmrezension · Serie

Sherlock (Staffel 4)

Die lang erswartete vierte Staffel der BBC-Erfolgsserie rund um Sherlock Holmes und John Watson startete am Neujahrstag im UK und den USA mit drei neuen Folgen: The Six Thatchers, The Lying Detective und The Final Problem. In Deutschland erfolgt die Ausstrahlung in der ARD im „zweiten Quartal 2017“, also frühestens ab April.

Meine Gedanken

Auf keinen Fall konnte ich bis zum deutschen Ausstrahlungstermin warten. Da ich die Serie erst letztes Jahr für mich entdeckt habe und das Internet voll ist von Spoilern jeglicher Art, war wenig davon eine wirkliche Überraschung für mich.  Zwar hat dies der Genialität der Serie kaum einen Abbruch getan, aber Staffel 4 wollte ich dennoch unbedingt ohne Vorwissen erleben. Zum Glück machen es Streaming-Portale und Video On Demand Plattformen möglich, die originalen Folgen bereits an ihrem Ausstrahlungstag (oder höchstens um einen Tag verzögert) auch außerhalb von UK und USA anzuschauen.

Die Teaser und Trailer vermittelten im Voraus ein sehr düsteres Bild und auch Andeutungen der Drehbuchautoren und Schauspieler verstärkten diesen Eindruck. Erleichterung machte sich in mir breit, als die erste Folge direkt mit dem für Sherlock bekannten Humor startete, den wir alle lieben. Es gab wieder viel zu lachen und vor allem die kleine Rosamund Watson, das Baby von Mary und John, bot viel Stoff zum schmunzeln. So viel zur trügerischen Stille vor dem Sturm. Während die Anfänge der letzten Staffeln häufig zwar spannende Fälle boten, aber im Vergleich zum jeweiligen Klimax des Staffelfinales noch relativ sorgenfrei war, setzte The Six Thatchers in punkto Dramatik und Spannung bereits ganz oben an. Folge zwei und drei verbrachte ich dann nur noch im Dauerschockzustand.

I AM SH(ERL)OCKED

Mit Staffel vier hat die Serie entweder ihren ultimativen Klimax und damit ihr endgültiges Ende erreicht oder es ist der Beginn einer völlig neuen Ära. Jedenfalls scheint es unmöglich, zu dem zurück zu kehren, was die ersten drei Staffeln erzählt haben. Die Bösen dieser Staffel waren noch unangenehmer und durchgeknallter, als alles, was Sherlock bisher zu bieten hatte. Es folgte eine Wendung auf die andere, ein Schock jagte den nächsten und als Zuschauer konnte man nur noch atemlos auf den Bildschirm starren. Während ich diesen Eintrag schreibe ist das Staffelfinale gerade eine gute viertel Stunde her und ich bin einfach nur völlig aufgewühlt und durcheinander.

Eines möchte ich betonen: Jeder einzelne, der an dieser Staffel beteiligt war, hat einen richtig guten Job gemacht. Es war eine Freude zu sehen, wie dem Hauptcast ihre Figuren inzwischen in Leib und Seele übergegangen sind und jeder auch nach der jahrelanger Pause problemlos in seine Rolle zurückgefunden hat. Und auch die Drehbuchautoren, Steven Moffat und Mark Gatiss, haben mal wieder ihre Genialität unter Beweis gestellt. Mir ist klar, dass viele Fans unglücklich über das Staffelfinale sind und auch ich kann noch nicht beurteilen, wie ich es richtig einordnen soll, aber erzähltechnisch ist die Staffel genial aufgebaut. Während die erste Folge noch mit Leichtigkeit an die vorangehenden Staffeln anknüpft, wird es langsam aber sicher immer dunkler, immer dramatischer. Der Spannungsbogen wird bis zum äußersten gespannt, um die Story am Ende an einem Punkt enden zu lassen, mit dem niemand hätte rechnen können und auf den rückblickend doch alles hin gearbeitet hat.

Meine Empfehlung

Insgesamt ist die vierte Staffel absolut brillant. Doch sie gibt Sherlock eine völlig neue Richtung, die nicht jedem gefällt. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich über die Genialität der Staffel freuen kann oder enttäuscht ist, weil es nicht mehr Sherlock ist, wie wir die Serie kennen und lieben gelernt haben. Verpassen sollte man sie aber auf keinen Fall! Nicht eine Sekunde davon.

Das Wichtigste ist: Spoiler vermeiden! Die Staffel ist ein einziger Überraschungs- und Schockmoment, das sollte man sich auf keinen Fall ruinieren.


Deutscher Titel: Sherlock (Folgentitel noch unbekannt) | Idee: Steven Moffat, Mark Gatiss | Drehbuch: Steven Moffat, Mark Gatiss | Buchvorlage: Sir Arthur Conan Doyle

Hintergrund Beitragsbild: 172-Brushed-Metal-Grey by The RAVE Wallpapers Collection / Original zugeschnitten

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Film · Filmrezension

Passengers

In der Zukunft ist das Umsiedeln auf fremde Planeten möglich und so befinden sich 5000 Passagiere an Bord des Raumschiffs Avalon, um in der Kolonie Homestead II eine neue Heimat zu finden. Die Reise dauert 120 Jahre und damit diese Zeit spurlos an ihnen vorbeigeht, wurden alle Menschen an Bord zu Beginn der Reise in einen so genannten Hyperschlaf versetzt. Doch zwei der Passagiere, Jim Preston (Chris Pratt) und Aurora Lane (Jennifer Lawrence), wachen rund 90 Jahre zu früh auf. Zunächst ist ihre einzige Sorge, nicht wieder in den Hyperschlaf gelangen zu können. Doch dann beobachten sie immer mehr technische Ausfälle des Raumschiffs und ihnen wird klar, dass alle sich an Bord der Avalon befindenden Menschen in Lebensgefahr schweben.

Meine Gedanken

Der Trailer hatte mich wirklich neugierig gemacht: Warum sind Jim und Aurora zu früh aufgewacht? Manipulation? Sollte das Raumschiff etwa sein Ziel nie erreichen? Allein um die Antworten auf diese Fragen zu bekommen wollte ich den Film unbedingt sehen. Mein Eindruck hinterher war eher mittelmäßig.
Beeindruckend waren auf jeden Fall die Bilder. Die unendlichen Tiefen des Universums, mit seinen Sternen und Galaxien und mitten darin die abenteuerliche Konstruktion der Avalon, die sich langsam ihren Weg bahnt. Diese Bilder sollte man definitiv auf der großen Leinwand genießen!
Den größten Raum der Handlung nimmt das Hadern Jims und Auroras mit ihrem Schicksal ein: Das verzweifelte Suchen nach einem Ausweg, einer Möglichkeit, wieder einzuschlafen, die Angst vor dem alleine sein, aber auch die Faszination für das Universum, das an ihnen vorbei zieht und das gegenseitige Kennenlernen. Es ist immer schwierig, wenn es kaum oder sogar keine Nebenfiguren gibt, die eine Handlung mit tragen, doch Jennifer Lawrence und Chris Pratt haben bewiesen, was sie können: Egal ob lustige Szenen wie ein Dancebattle, Actionszenen oder bewegende Szenen voller Melancholie und Drama – ich habe ihnen alles geglaubt und ihre Darbietung zu jedem Zeitpunkt genossen. Zum Glück, denn nur den beiden ist es zu verdanken, dass der Film zu keiner Enttäuschung wurde. Denn handlungstechnisch wird er leider gegen Ende ziemlich schwach. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, doch ausgehend vom Trailer hätte ich mir vom Höhepunkt des Films deutlich mehr erwartet. Die Stärke des Films liegt eindeutig in seinen ersten zwei Dritteln.

Meine Empfehlung

Für mich ist Passengers kein Film, den man auf keinen Fall verpassen darf. Aber er hat seine Momente, in denen er durchaus sehenswert ist. Wer sich überlegt, diesen Film anzuschauen, sollte das definitiv im Kino tun, denn die großartigen Eindrücke vom Universum gehören auf die große Leinwand und nicht in einen Fernseher. Ob 3D wirklich nötig ist, wage ich zu bezweifeln. Während ich das gewisse Extra, das 3D bietet bei Doctor Strange beispielsweise auf keinen Fall hätte missen wollen, wurden bei Passengers die Möglichkeiten dieser Technik nicht ganz ausgereizt, sodass man sich meiner Ansicht nach den Aufpreis auch sparen kann.


Originaltitel: Passengers | Länge: 116 min | FSK: 12 | Regie: Morten Tyldum | Drehbuch: Stephen Hamel, Michael Maher | Seite zum Film