Film · Freitags-Favoriten

Freitags-Favoriten | Lieblingsfilme 2017

Sherlock (Staffel 4)

2017 begann sofort mit einem absoluten Highlight: Die vierte Staffel meiner absoluten Lieblingsserie Sherlock auf BBC. Auch wenn sich die Serie mit dieser Staffel in eine Richtung entwickelt hat, die von dem bekannten und geliebten Format der letzten Staffeln immer stärker abweicht, hat sie von ihrer Brillanz nichts eingebüßt. Meine Gefühle für die Zukunft der Serie sind zwar gemischt, doch die drei Folgen zu Beginn des Jahres haben mich an den Bildschirm gefesselt und mir die aufregendsten TV-Momente in diesem Jahr beschert. Als die Staffel dann später im Jahr auch in Deutschland Prämiere feierte, verfolgte ich mit viel Spaß die Schockreaktionen auf Twitter.

I AM SH(ERL)OCKEDWas ich im Detail über die Staffel zu sagen hatte, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

 

Man lernt nie aus

Die Komödie Man lernt nie aus mit Anne Hathaway und Robert De Niro ist zwar keine Neuerscheinung, doch die DVD ist mir erst 2017 in die Hände gefallen. Ben Whittaker (De Niro), der sein Rentnerdasein durch ein Senioren-Praktikum bei einer Mode-Website entstauben möchte, ist einfach zum lieb haben. Der Film ist eine leichte Komödie, bei der endlich mal keine Romanze im Vordergrund steht, sondern die Kommunikation zwischen zwei Generationen.

Die Schöne und das Biest
Die Schöne und das Biest Filmposter
(c) Walt Disney Studios

Disneys Realverfilmung von Die Schöne und das Biest war eines der Kinohighlights 2017, auf das ich mich am meisten gefreut habe. Die Musik, die Figuren, die Bilder – es ist eindeutig ein rundum gelungenes Meisterwerk. In meiner Rezension zum Film habe ich meiner Begeisterung mehr Raum geben können.

 

Marvel Cinematic Universe

Während ich 2016 noch damit beschäftigt war, alle verpassten Filme aus der MCU-Reihe aufzuholen, konnte ich 2017 die Neuerscheinungen im Kino genießen und davon gab es gleich drei Stück. Guardians of the Galaxy Vol. 2 machte den Anfang und knüpfte vom Niveau und Humor her übergangslos an Teil eins an. Als riesiger Fan von Baby-Groot (hätte ich ihn sonst gehäkelt?) hatte der Film zusätzlich noch zahlreiche Awwww-Momente für mich.

Positiv überrascht war ich von Spider-Man: Homecoming. Endlich mal ein junger Spider-Man, dem man sein Schülersein abkauft. Tom Hollands kindliche Begeisterung für die Rolle, die in jeder Szene spürbar war, hat auch mich angesteckt. Für mich ist Homecoming einer der besten Filme im MCU und Tom Hollands Umsetzung der Rolle kommt für mich vor der von Tobey Maguire; die Filme mit Andrew Garfield habe ich bisher leider noch nicht gesehen.

Im November schloss mit Thor: Ragnarok das MCU-Jahr. Auf diesen Film hatte ich mich aus der Reihe am meisten gefreut und wurde am meisten enttäuscht. Keine Frage, Hella ist eine der besten Antagonisten im MCU und hat eine interessante Komponente in die Handlung eingebracht. Der Film insgesamt war lustig. Aber für mich passte das Gesamtpaket einfach nicht in die Thor-Reihe. Vielleicht hätte ich besser mit der Veränderung leben können, wenn mich die bunten Farben, Sakaar und die Gags nicht ständig an Guardians of the Galaxy erinnert hätten. Wozu eine Richtung einschlagen, die es bereits gibt? In Bezug auf die Charaktere kam Loki für meinen Geschmack zu kurz. Zwar hatte er ein paar herausragende Momente, doch bei dem Versuch, Thor in diesem Film einmal seinen Bruder deutlich überstrahlen zu lassen, wurde scheinbar die Taktik verfolgt, Loki kleiner anstatt Thor größer zu machen.

Weitere Comic-Verfilmungen:
X-Men und Star Trek

In 2017 habe ich noch weitere Comic- Verfilmungen für mich entdeckt: X-Men und Star Trek.
Die X-Men Reihe begann ich aufgrund von Unkenntnis mit Erste Entscheidung. An sich ein guter Film, um in die Reihe einzusteigen, da hier die Ursprünge der Mutanten rund um Professor X und Magneto gezeigt werden. Doch jetzt tue ich mir etwas schwer mit den ersten Teilen der Reihe und den für mich ungewohnten Schauspielern. Während ich die Teile mit dem jungen Cast alle gesehen und teilweise sogar schon nochmal gesehen habe, muss ich noch herausfinden, in welcher Reihenfolge ich die älteren X-Men und die Wolverine Filme aufhole.

Nachdem ich im Sommersemester einen Dozenten hatte, der in jeder Vorlesung mindestens dreimal Star Trek erwähnte und die Figuren bekanntlich Kult sind, entschied ich, dass es endlich Zeit war, meine Wissenslücke in diesem Bereich zu schließen. Leider habe ich die Originalserie aus den 60ern noch nicht sehen können (langsam lohnt sich ein Netflix-Abo) und musste mir mit den Kinofilmen der letzten Jahre behelfen. Die habe ich dafür inzwischen teilweise auch schon mehrmals gesehen und beherrsche die Grußgeste der Vulkanier ohne nachzudenken.

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Film · Filmrezension · Serie

Mein erster Eindruck von This Is Us

(c) 2016-2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All rights reserved.

„Laut Wikipedia teilt sich der Mensch seinen Geburtstag im Durchschnitt mit über 18 Millionen anderer Menschen. Es gibt keinen Beweis dafür, dass sich ein gemeinsamer Geburtstag in irgendeiner Weise auf das Verhalten dieser Menschen auswirkt. Falls dem doch so ist… hat Wikipedia ihn noch nicht für uns entdeckt.“ – heißt es im Vorspann zur neuen Pro7 Serie This Is Us – Das ist Leben.

Die Handlung gibt Einblicke in die Leben von Jack, Kate, Kevin und Randall, die alle – wer hätte es gedacht – am gleichen Tag Geburtstag haben.

Mein Eindruck nach der ersten Folge

Die Serie This Is Us ist der mega Erfolg aus den USA, das habe ich schon vor Monaten während eines Interviews mit Milo Ventimiglia mitbekommen. Trotzdem habe ich den Serienstart im TV erstmal verpasst. Der Trailer war nicht wirklich interessant genug und mittwochs im Spätabendprogramm habe ich die erste Folge schlichtweg übersehen. Doch aus Langeweile beginnt man sich bekanntlich für alles mögliche zu interessieren und so kam ich am Sonntagabend auf die Idee, die Serie in der App zu suchen – und wurde fündig.

Die erste positive Überraschung war Mandy Moore. Dass sie ebenfalls eine der Hauptrollen spielt, ist bisher an mir vorbei gegangen. Das Konzept der Handlung wird schnell klar: Jack, Kate, Kevin und Randall feiern alle ihren 36sten Geburtstag. Vier verschiedene Menschen, das heißt vier ganz unterschiedliche Geburtstage, vier ganz verschiedene Leben. Es gibt witzige Szenen, Szenen die berühren und solche, die ein bisschen was von beidem haben. Kurz vor Ende der Folge habe ich mich entschieden, ich mag die Serie und werde wohl weiter schauen. Und dann kam dieser eine Moment, diese eine Szene: Mein Herz blieb kurz stehen und als kurz darauf der Abspann anlief, saß ich da mit Tränen in den Augen und einem breiten Grinsen im Gesicht und wusste, wenn sie es nicht irgendwie versauen, habe ich eine neue Lieblingsserie. Ich kann es kaum erwarten, mehr über die Lebensgeschichten der Figuren zu erfahren, mit ihnen zu lachen und zu weinen.

Rückblickend scheint die erste Folge ein recht dramatischer Einstieg. Außerdem kann ich zu keiner der Lebenssituationen der Hauptpersonen einen persönlichen Bezug herstellen. Und doch ging es mir unter die Haut, fühlte sich echt und nah an. Das schafft nur ein gutes Drehbuch und richtig gute Schauspieler. This Is Us scheint beides zu haben, ich bin gespannt, ob die weiteren Folgen das Niveau halten können.

Frustrierend waren lediglich die Werbeblöcke, die in der App ziemlich schonungslos auch mal mitten in einer emotionalen Szene einsetzen. Vielleicht schaue ich ab der nächsten Folge doch im TV.

Meine Empfehlung

Auf keinen Fall die Vorschau anschauen, die wird der Serie bei weitem nicht gerecht! Überhaupt kann ich jedem nur ans Herz legen, völlig unvorbereitet an die Serie heranzugehen und sich von der Handlung überraschen zu lassen.


This Is Us – Das ist Leben, mittwochs 21:15 Uhr auf Pro7

Film · Handarbeiten · Off Topic

Baby Groot aus Marvels Guardians of the Galaxy

„Ich bin Groot“

Wortgewandt ist Groot aus Marvels Guardians of the Galaxy sicher nicht. Doch obwohl ich eigentlich schlagfertige Charaktere am liebsten mag, hat Groot in diesem Film von allen am schnellsten mein Herz erobert. Spätestens beim Anblick von Baby Groot war mir klar: Den muss ich haben! Pünktlich zum Kinostart von Guardians of the Galaxy Vol. 2 habe ich mal wieder meine Wolle herausgeholt und diesen kleinen Kerl gehäkelt, bestickt und zusammengenäht.

Anleitung

Die Anleitung hat Twinkie Chan auf ihrem Blog kostenlos zur Verfügung gestellt. Ihr „Groottorial“ ist auf Englisch, aber mit einer Übersetzung der Häkelbegriffe dürfte das selbst für jeden mit nur rudimentären Englischkenntnissen kein Problem sein.

Änderungen

Ich habe braune Wollreste benutzt, die mir gerade in die Hände gefallen sind. Leider hatte ich keine Angaben zur Wolle, aber eine 2er bzw. 2,5er Häkelnadel war genau richtig. Dadurch, dass die Wolle so dünn war, wurde mein Baby Groot sehr klein und zierlich, insgesamt keine 15cm hoch. In meinen Augen macht ihn das noch niedlich, war daher perfekt. Allerdings musste ich dadurch auch die Anleitung an manchen Stellen etwas anpassen.

  • Am Kopf habe ich vor dem Abschluss zwei Runden ergänzt, damit er insgesamt länglicher wurde.
  • Da ich keine Plastikaugen gefunden habe, habe ich die Augen ebenfalls aufgestickt. Entgegen der Anleitung habe ich das Gesicht aufgestickt, bevor ich den Kopf ausgestopft und zugenäht habe, das fiel mir persönlich leichter.
  • Der Körper war mir viel zu schmal und zu kurz. Also habe ich 5 Runden mit 24 Maschen, 3 Runden mit 18 Maschen, 6 Runden mit 15 Maschen, 16 Runden mit 12 Maschen und zum Abschluss 2 Runden mit 9 Maschen gehäkelt. Dadurch wurde die Wurzel bzw. Knolle unten größer, Groot insgesamt länger und die zwei Abschlussrunden ergaben einen schönen Hals. Meiner Meinung nach sieht er so mehr aus wie der Groot aus dem Film. Die Anleitung erschien mir, als hätte sich Twinkie Chan an der Vinylfigur von Baby Groot orientiert. Aber am besten einfach selbst ein bisschen ausprobieren, was besser aussieht. Je nach Dicke der Wolle ergeben sich ja auch andere Proportionen.
  • Da mein Baby Groot so zierlich ist, habe ich die Arme wie in der Anleitung beschrieben nicht hinbekommen. Ich konnte sie beim besten Willen nicht über den Pfeifenputzer ziehen und sie breiter zu machen wäre keine Option gewesen, da dann die Proportionen nicht gestimmt hätten. Nach einem kurzen Moment der Verzweiflung kam ich auf die Idee, den Pfeifenputzer auf beiden Seiten mit je einer Luftschlange eng zu umwickeln. Damit das Ganze hält, habe ich die Luftschlangen am Körper und in sich gut vernäht (ohne sie vorher abzuschließen!) und dann die Finger nach Anleitung gehäkelt.
  • Für die Twisty Body Bits habe ich mit je einer Luftschlange die Arme großzügig umwickelt, die Luftschlangen am Körper aber dann zusammengeführt, d.h. eng nebeneinander gewickelt und anschließend sogar miteinander vernäht, sodass es nach einem einzigen, breiten Strang aussieht.

Viel Spaß beim Häkeln!

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Film · Filmrezension

Beauty and the Beast

(c) Walt Disney

Disneys Realverfilmung des Märchenklassikers Die Schöne und das Biest von 1991.

Meine Gedanken

Nicht nur ist Die Schöne und das Biest mein absolutes Lieblingsmärchen, sondern Disneys Zeichentrickfilmverfilmung die wohl schönste Inszenierung des Stoffs. Belle ist eine der wenigen Disney-Prinzessinnen, mit denen ich tatsächlich groß geworden bin und als Bücherwurm habe ich mich ihr immer verbunden gefühlt. Als bekannt wurde, dass nun auch dieser Film als Realverfilmung neu umgesetzt werden soll und noch dazu mit der wunderbaren Emma Watson in der Hauptrolle, wurde ein Traum für mich wahr.

Ever just the same,
Ever a suprise,
Ever as before,
Ever just as sure,
As the sun will rise.

(Song: Beauty and the Beast. (c) 2017 Walt Disney Records)

Diese Zeilen aus dem Song Beauty and the Beast waren noch nie so wahr: Einerseits ist die Realverfilmung genau das altbekannte Märchen aus dem Zeichentrickklassiker, mit all den ikonischen Szenen, die Fans so sehr lieben. Andererseits hat es viele neue, teilweise überraschende Elemente und einen moderneren Anstrich bekommen. Wie für die Realverfilmungen inzwischen typisch, erfährt man mehr über die Hintergründe der Figuren und einzelne Handlungselemente werden detaillierter auserzählt. So konnten wieder einmal Handlungslücken geschlossen und Fragen, die man sich als Erwachsener über Die Schöne und das Biest zu stellen beginnt, beantwortet werden.

Disneys Belle (Emma Watson) galt schon immer als ihrer Zeit voraus, doch erst jetzt kann ich das richtig nachvollziehen. Ich hatte das Gefühl, dass sie noch mehr alles hinterfragt und aus ihrer kleinen Welt in der Provinz Frankreichs auszubrechen versucht. Emma Watson hat häufig betont, wie wichtig es ihr war, den Verdacht des Stockholmsyndroms in Bezug auf Belles Gefühle für das Biest zu zerstreuen, und das ist ihr wirklich gelungen.
Die Erlösung des Biests hat mich in der Zeichentrickversion ehrlich gesagt früher immer etwas gestört. Das Biest schien nur als Biest zu existieren, allein schon weil seine Hintergrundgeschichte als Prinz völlig fehlt. So konnte ich mit dem Prinzen, der mit seinen etwas zu extrem blauen Augen und der roten Mähne nicht mal gut aussieht, nicht viel anfangen. Jetzt wird die menschliche Vergangenheit des Biests (Dan Stevens) stärker betont, man erhält Informationen über seine Familie, seine Kindheit und wie er als junger Prinz war.
Von den Nebenfiguren möchte ich nur LeFou (Josh Gad), Gastons Sidekick, hervorheben. Zum einen, weil er für mich die größte Veränderungen durchgemach hat. Er bekommt in diesem Film charakterlich deutlich mehr Tiefe und hat sich dadurch zu einem meiner Lieblinge entwickelt. Zum anderen, weil ich die Diskussionen um Gads Charakter LeFou (Vorsicht, der Artikel enthält Spoiler) als traurig und unangebracht empfinde.

Während Disney-Zeichentrickfilme neben vielen Dingen vor allem für ihre Gesangseinlagen bekannt sind, haben sich die bisherigen Realverfilmungen musikalisch sehr zurückgehalten. Nicht so Die Schöne und das Biest! Die Idee zur Realverfilmung entstand ursprünglich aus dem Gedanken heraus, die Musicalversion auf die Leinwand zu bringen. Auch wenn es dann doch keiner der eigens für das Musical geschriebenen Songs in den Film geschafft hat, ist der Musicalcharakter unübersehbar: Neben all den altbekannten Songs enthält der Film sogar zusätzlich neue Lieder. Ich habe insgesamt rund 12 Songs gezählt, da jagt eine Musicalnummer die nächste. Doch egal ob Tanznummern des ganzen Ensembles oder gefühlvolle Balladen, alle Songs sind wunderschön und man wird ihrer nicht überdrüssig. Dabei fügen sich die neuen Songs perfekt in das Gesamtbild ein, da die Musik wie auch schon in der Zeichentrickvorlage von Alan Menken geschrieben wurde. Für mich waren die Lieder der letztlich ausschlaggebende Grund, den Film auf Englisch zu sehen und ich bin unglaublich froh, die Originalstimmen und die Originallyrics gehört zu haben.

Meine Empfehlung

Eine märchenhafte Geschichte, traumhafte Kostüme, atemberaubende Kulissen, große Musicalnummern und ein wundervoller Cast – Beauty and the Beast ist ein Disney-Rundumsorglospaket. Also ab ins Kino! Ich kann jedem nur ans Herz legen, den Film auf Englisch zu schauen, allein schon, um die Lieder im Original zu hören.

Trailer

Für alle, die sich mit Englisch schwer tun, gibt es natürlich auch einen deutschen Trailer.


Deutscher Titel: Die Schöne und das Biest | Länge: 130 min | FSK: 6 | Regie: Bill Condon | Drehbuch: Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos | Musik: Alan Menken | Seite zum Film

Film · Filmrezension · Serie

The Crown (Staffel 1)

Die bisher teuerste Eigenproduktion von Netflix zeigt das Leben von Elizabeth II, beginnend mit ihrer Hochzeit mit Philip Mountbatten 1947. Die erste Staffel zeigt ungefähr ein Jahrzehnt aus dem Leben der royalen Familie, weitere Staffeln sollen folgen.

Meine Gedanken

„Lang lebe Königin Elizabeth!“
Seit 65 Jahren trägt Queen Elizabeth II nun schon die Krone des Vereinigten Königreichs auf dem Haupt und kann damit auf die längste Herrschaftsdauer in der britischen Monarchie zurück schauen. Eine faszinierende Frau, über die ich leider trotz meiner Liebe zu allem Britischen viel zu wenig weiß. Mit Biografien oder Dokumentationen, die aus trockenen Fakten aufgebaut sind, tue ich mir häufig schwer.  Verfilmungen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, aber hauptsächlich unterhalten wollen, sind da schon viel mehr nach meinem Geschmack. Etwaige Ungenauigkeiten nehme ich dabei gerne in Kauf, lassen sich diese doch meist durch Recherchen hinterher ausgleichen.

Als ich erfuhr, dass Netflix gleich eine ganze Serie über das Leben von Elizabeth II als Königin produziert hat, wusste ich, dass ich das sehen musste. Matt Smith (bekannt aus Doctor Who) in der Rolle als Prinz Philip war noch ein zusätzlicher Bonus.

The Crown
(c) Wikimedia

The Crown ist keine Serie, die sich unterhaltungstechnisch besonders hervortut. Sie ist weder überaus witzig, noch spannend. Gerade dadurch wirkt sie echt. Es mangelt keinesfalls an privaten Dramen oder politischen Intrigen, doch werden diese Ereignisse nicht unnötig zugespitzt, wie Unterhaltungsfernsehen das sonst gerne tut. Man hält sich an die wahren Ereignisse. Oder zumindest an das, was offiziell darüber bekannt ist und ergänzt es um realistische Spekulationen über das, was tatsächlich hinter den Palastmauern vor sich gegangen sein mag.
Mein Wissen über das Nachkriegsengland ist enttäuschend gering. Doch soweit ich das beurteilen kann, hielten sich die Macher von The Crown überraschend genau an wahre Ereignisse. Der Trailer gibt vor, dass die Serie lediglich „von wahren Ereignissen inspiriert“ sei. Doch immer wenn ich von einem Handlungsstrang absolut überzeugt war, dass dieser frei erfunden sein musste, bewies eine kurze Recherche das Gegenteil. In dieser Hinsicht hält die Serie sogar mehr, als sie verspricht.

Obwohl The Crown einen nicht gespannt die nächste Folge ersehnen lässt, habe ich alle zehn Folgen innerhalb weniger Tage angeschaut. Zugegeben, dass mein Probemonat bei Netflix abzulaufen drohte, könnte auch etwas damit zu tun gehabt haben. Wie dem auch sei, ich habe die Serie sehr genossen und wollte nicht aus Spannung, sondern aus ehrlichem Interesse wissen, wie es weiter geht. Besonders gefallen hat mir das Gefühl, so viel Neues zu erfahren. Die Queen kenne ich nur als elegante, huldvoll winkende, alte Dame. Sie als junge Frau zu sehen, die die Krone eigentlich überhaupt nicht wollte und die sich von einer schüchternen jungen Frau mehr und mehr zu einer starken Monarchin entwickelte, hat mich sehr berührt. Darüber hinaus beleuchtet The Crown das Leben derer, die im Schatten der Queen sonst häufig zu verschwinden scheinen, wie ihr Ehemann, Prinz Philip. Oder jene Personen, die meiner Generation überhaupt nicht mehr bekannt sind, wie  ihre Schwester, Prinzessin Margaret. Auch Winston Churchill, der große Name aus den Geschichtsbüchern, wird hier plötzlich greifbar, menschlich.

Keine Sorge, auch der Unterhaltungsfaktor kommt nicht zu kurz. Man kann sehen, dass wirklich Geld in die Produktion geflossen ist, dass Wert darauf gelegt wurde, alles möglichst authentisch zu gestalten. Die Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, beweisen in ihrer Darstellung Respekt gegenüber den realen Personen, die sie verkörpern, wirken aber auch nicht von ihrer Aufgabe eingeschüchtert. Hin und wieder lässt der subtile britische Humor einen Schmunzeln oder auch herzhaft auflachen.

Meine Empfehlung

Jedem, der sich für das Vereinigte Königreich und seine amtierende Monarchin interessiert, dem jedoch geschichtliche Fakten alleine zu trocken sind, kann ich diese Serie nur ans Herz legen. Sie hebt ein wenig den Schleier der Geschichte und auch die Maske, die die royale Familie in der Öffentlichkeit trägt. Und sie tut dies mit dem nötigen Respekt. Natürlich darf man nie vergessen, dass The Crown Fiktion ist, doch vermittelt die Serie einen ganz guten Eindruck über die wahren Ereignisse.

Trailer

Originaltitel: The Crown | Länge: 10 Folgen à 60 min | Idee/Drehbuch: Peter Morgan | Regie: Stephen Daldry, Philip Martin, u.a. | Serie bei Netflix | Alles, was es über die Serie zu wissen gibt, auf telegraph.co.uk