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3 Geheimtipps für Lindau am Bodensee

Ist das Wetter zur Zeit nicht viel zu schön, um zuhause zu bleiben? Meine beste Freundin und ich haben es jedenfalls zum Anlass genommen, am Samstag an den Bodensee zu fahren – genauer: nach Lindau. Obwohl es ziemlich wolkig war und wir bei dem Dunst leider das andere Seeufer nur erahnen konnten, war es angenehm warm und insgesamt ein wunderschöner Tag.

Blick von der Hafenpromenade auf die Hafeneinfahrt

Für alle, die Lindau nicht kennen: Die Stadt Lindau liegt am östlichen Ufer des Bodensees und damit in unmittelbarer Nähe zu den Grenzen von Österreich und der Schweiz. Interessant ist vor allem die historische Altstadt, die auf einer Insel abgesetzt vom Rest der Stadt liegt. Dadurch, dass die Altstadt für sich alleine steht, vergisst man schnell, dass man sich in einer Kreisstadt befindet und nicht in einem schnuckeligen historischen Hafenstädtchen. Denn genau so fühlt sich Lindau an: Die berühmte Hafeneinfahrt, bunte Häuschen, eine kleine Einkaufsstraße und ein paar wenige Sehenswürdigkeiten – mehr scheint es nicht zu geben. Während Stadtbesichtigungen häufig leicht in Stress ausarten, lädt Lindau zum gemütlichen Bummeln ein und am Ende hat man trotzdem das Gefühl, alles gesehen zu haben.

Im Folgenden möchte ich meine Lieblingsplätze vorstellen:

Café-Pause zwischen Büchern

Bücher und schnucklige Cafés sind zwei der mir liebsten Dinge und die Kombination von beidem überhaupt das beste! Als mir meine Freundin also begeistert von einem Buch-Café erzählte, musste sie da unbedingt mit mir hin. Das Café Augustin liegt etwas abseits des Zentrums und ist leicht zu übersehen. Nur ein paar runde Tischchen und passende Korbstühle entlang der Hauswand geben einen Hinweis darauf, dass sich hinter der engen Türe ein Café verbirgt. Auch den Innenraum beschreibt das Wort eng recht treffend. Doch es ist eine gemütliche Enge, bedingt nicht nur durch die Theke und Tische, die man in einem Café erwartet, sondern auch durch all die Bücherregale und Leseecken, die zum Stöbern einladen. Egal ob Schaukelstuhl, Sofa oder Affenschaukel – hier findet jeder einen Leseplatz nach seinem Geschmack. Die Wände sind mit bunten Bildern und Zitaten geschmückt und in der Auslage liegen handgeschriebene Anmerkungen zu den Büchern und Geschenkideen. Auch die Karte ist handgeschrieben.

Hinterer Garten des Augustin

Wer einmal durch die verwinkelten Räume zur Hintertüre gefunden hat, wird mit einem stillen Plätzchen im Garten belohnt. Dieser Garten ist das chaotischste, was ich an Bepflanzung je gesehen habe und genau darin liegt sein Charme. Es gibt hier genau einen Tisch, den wir glücklicherweise ergattern konnten und wir wurden freundlich darauf hingewiesen, leise zu sein, um die Nachbarn nicht zu stören. Dieses ruhige und schattige Fleckchen ist eine kleine erholsame Oase, wo wir unsere Eisschokolade genossen haben und unsere Beine ausruhen konnten. Das Personal war jung, sehr freundlich und äußerst zuvorkommend, denn die Eisschokolade stand eigentlich nicht auf der Karte – das war aber überhaupt kein Problem und der Preis war auch ok.

Für jeden, der gemütliche Cafés mit einer ganz individuellen Note liebt, ist das Augustin DIE Adresse in Lindau. Die liebevolle Darstellung der Bücher lädt auf eine sehr persönliche Art zum Stöbern ein, wie es Buchhandlungen (vor allem natürlich die der großen Ketten) selten tun. Doch der Fokus liegt eindeutig auf dem Café und passend dazu scheint der Fokus auf Rezeptbüchern zu liegen. Außerdem sind mir die Kinderbücher positiv aufgefallen, die dazu einladen, sie gleich an Ort und Stelle vorzulesen.

Adresse: Fischergasse 33

Historische Bücher

Die Ehemals Reichsstädtische Bibliothek (ERB) befindet sich im Erdgeschoss des Alten Rathaus. Sie enthält um die 15.000 historische Werke zu verschiedenen Themen der Geistes- und Kulturgeschichte. Durch mein Literaturstudium habe ich inzwischen nicht nur den Inhalt von Büchern zu schätzen gelernt, sondern auch die ganz eigene Geschichte, die ein Band erzählen kann, der bereits vor hunderten von Jahren gedruckt oder gar von Hand geschrieben wurde. Leider bekommt man diese wertvollen Stücke viel zu selten zu Gesicht.

Eingang ERB im Alten Rathaus

Verständlicher Weise ist auch in der ERB das Anfassen strengstens verboten und die Schätze befinden sich hinter einer dicken Glaswand. Ein paar Werke sind besonders hervorgehoben und liegen aufgeschlagen direkt hinter dem Glas, momentan zu dem Thema Luther und Bibeln. Doch der Rest steht in drei langen Buchregalen dicht nebeneinander. Es geht also weniger um das Buch selbst als darum, einen Eindruck von einer historischen Bibliothek zu bekommen. Der Flair wird durch den Glaskasten, der alles umschließt, etwas zerstört, aber wer sich davon nicht stören lässt und in die Gänge späht, kann durchaus interessante Werke entdecken. Ich persönlich frage mich immer noch, was in dem Buch steht, das so groß wie ein Handgepäckkoffer ist. Anscheinend kann man sich als wissenschaftlicher Benutzer zuvor anmelden und vielleicht erhält man dann sogar Zugriff auf bestimmte Werke. Für Gruppen werden auch Führungen angeboten.

Adresse: Reichsplatz (im Alten Rathaus)

Diebstrum und Fotogalerie

Ich hatte schon im Vorfeld Bilder vom Diebstrum gesehen und wollte unbedingt hin, weil mir die kleinen Ecktürmchen so sehr gefallen. Ohne ihn aktiv zu suchen, lugte seine Spitze plötzlich zwischen zwei Dachfirsten hervor und kurz darauf standen wir auch schon vor dem Turm, der einst als Gefängnis diente. Rein kann man leider nicht, damit ist der Turm dann doch eher unspektakulär, wenn man davor steht.

Diebsturm und Fotogalerie

Vor Ort war ich daher viel mehr von seinem Nebengebäude angetan. Was wie ein Seitengebäude der Peterskirche wirkt, beherbergt das Fotostudie und die Galerie des Fotografen Jörn Lorenz. Das wunderschöne alte Gemäuer mit großen Fenstern und vielen Holzbalken versprüht seineng anz eigenen Charme. Leider war die Galerie geschlossen, als wir da waren, aber bereits die wenigen Bilder, die wir durch die Fenster erpähen konnten, sahen sehr vielversprechend aus.

Adresse: Oberer Schrannenplatz

Bahn-Tipp für Stuttgarter

Von Stuttgart aus fährt stündlich ein Regionalzug direkt nach Lindau. Wer mag kann auch schon wenig vorher aussteigen und Friedrichshafen genießen. Die Fahrt dauert ungefähr drei Stunden, aber uns kam sie überhaupt nicht so lange vor. Da Stuttgart und Lindau jeweils Start- und Endpunkt der Strecke sind, muss man sich immerhin wegen der Sitzplätze keine Sorgen machen.

Preistipp: Obwohl Lindau in Bayern liegt, gilt das Baden-Württemberg-Ticket für die gesamte Strecke. Alle unter 26 Jahren sparen mit dem Youngticket nochmal zusätzlich.

Weitere Impressionen des Ausflugs

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4 Kommentare zu „3 Geheimtipps für Lindau am Bodensee

    1. Hallo Verena,
      Als Kind war ich auch öfter am Bodensee, unter anderem auch in Lindau. Jetzt kam mir aber nur noch der Hafen bekannt vor. Es ist auf alle Fälle nochmal was anderes, als (junge) Erwachsene hin zu gehen.
      Ich danke dir für den lieben Kommentar! Wünsche dir und deiner Famile eine gute Zeit bei eurem Ausflug.

      Ganz liebe Grüße
      Sabrina

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